Chancen für Bockenem stehen recht gut

Beachtliche Resonanz: Rund 180 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt.
 
Umfangreiche und eingehende Informationen gaben an diesem Abend Bockenems Verwaltungschef und Mitarbeiter des Planungsbüros; auf dem Bild von links: Tanja Klein, Bürgermeister Martin Bartölke, Uwe Mußgnug und Hajo Brudniok.

Mit 180 Bürgern hervorragend besuchte Informationsveranstaltung zur „Sanierungsmaßnahme Kernstadt“

Die Beteiligung der Bockenemer Bürger an der ersten Informationsveranstaltung zum Thema „Sanierungsmaßnahme Kernstadt“ übertraf am Donnerstag alle Erwartungen. Rund 180 Interessierte waren gekommen; in der Turnhalle der Oberschule blieb kein Stuhl frei. Bürgermeister Martin Bartölke zeigte sich hocherfreut.

Um eines der wesentlichen Ergebnisse dieses Abends vorwegzunehmen : Diese überaus große Resonanz zeugt von einer außerordentlich hohen Motivation der Bockenemer Bürger in dieser Angelegenheit, und weil bei dieser Fördermaßnahme innerhalb der Antragstellung die „Bürgerbeteiligung“ einen bedeutenden Stellenwert besitzt, wird dieses Kriterium sehr positiv herausgestellt werden. Die Chancen Bockenems, in das Programm hineinzukommen, ständen aufgrund der bislang ermittelten Untersuchungsergebnisse nicht schlecht, und vielleicht könnten die ersten Fördergelder schon 2015 oder 2016 fließen.
Die Stadt, die ihren Sanierungsantrag zur Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm bis zum 31. Mai fertig haben und dann einreichen wird, hatte zu einer breit angelegten Information der erschienenen Bürger die Mitarbeiter Uwe Mußgnug, Hajo Bruniok und Tanja Klein von der DSK – Deutsche Stadt- und Grundstücksgesellschaft Hannover – eingeladen. Diese Firma, die deutschlandweit tätig ist, hat die vorbereitenden Untersuchungen und die Erstellung des erforderlichen Entwicklungskonzepts übernommen.
Der Gegenstand der angestrebten Förderung umfasst die Sicherung, die Modernisierung und die Instandsetzung von Gebäuden und Ensembles, wobei ein besonderer, aber nicht ausschließlicher Schwerpunkt auf historisch relevanten Objekten liegt, weil es sich hier um ein städtebauliches Denkmalschutzprogramm handelt. Ferner zielt die angestrebte Förderung auf den Erhalt und die Umgestaltung von Straßen und Plätzen und auf Ordnungsmaßnahmen zur Erhaltung und Sicherung des historischen Bockenemer Stadtbildes.
Wichtig für die privaten Grundstückseigentümer, die von dieser Förderung Gebrauch machen wollen, ist die Tatsache, dass alle Maßnahmen einer besonderen steuerlichen Förderung unterliegen und über die gesamte Laufzeit steuerlich abgeschrieben werden können. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Grundstückseigentümer eines Sanierungsquartiers, sofern Straßensanierungen stattfinden – und solche will die Stadt auch durchführen – nicht der üblichen Straßenausbaubeitragssatzung unterliegen, sondern in diesem Fall mit erheblich günstigeren Ausgleichsbeträgen belastet werden.
Die bei Aufnahme in das Programm gewährten Förderquoten seien mit denen aus den Dorferneuerungsprogrammen nicht vergleichbar, lägen trotz mancherlei Differenzierungen aber ähnlich hoch bei 30 Prozent. Die anvisierte Förderkapazität könnte sechs Millionen Euro ausmachen, verteilt auf zehn Jahre. Die Aufteilung dahingehend, welche Anteile auf Maßnahmen von privater und von Stadtseite, in diesem Fall für öffentliche Vorhaben, entfallen würden, setze die zuschussgebende Behörde fest. Doch könnte es auf ein Verhältnis von 50 zu 50 hinauslaufen.
Würde die Stadt in diesem Jahr mit ihrem Antrag zur Aufnahme in das Programm eine abschlägige Antwort erhalten, könne sie in jedem folgenden Jahr diesen erneut stellen. Grundsätzlich nicht ausgeschlossen wäre nach erfolgter Aufnahme auch ein weiteres Folgeprogramm zu einem späteren Zeitpunkt. Immerhin läge hier in Bockenem ein sehr hohes Sanierungspotential vor.
Das vom Ortsplaner Hajo Brudniok untersuchte Sanierungsgebiet, das im Wesentlichen die Altstadtfläche umfasst, erstreckt sich über 37 Hektar, ist in 17 Quartiere aufgeteilt und weist über 200 denkmalgeschützte Objekte auf. Das Programm, so Brudniok, ziele aber nicht nur auf die historisch relevanten Kapazitäten, sondern setze in der Summe auf alle städtebaulichen Gegebenheiten, strukturelle und soziale eingeschlossen, und strebe insgesamt eine Aufwertung und Verbesserung der Standortbedingungen an. Also nicht nur eine Sanierung von Einzelobjekten, sondern eine generelle Quartiersaufwertung.
Neben der Förderung aus diesem Programm gibt es weitere „Töpfe“ wie das Energetische Sanierungsprogramm und das Programm „Altersgerechtes Wohnen“, worauf an diesem Abend ebenfalls hingewiesen wurde.
Die zahlreich anwesenden Bürger, die auch die Gelegenheit zur Fragestellung wahrnahmen, wurden abschließend aufgefordert, die angelaufene Fragebogenaktion positiv zu unterstützen und sich weiterhin einzubringen. Ein Planungsbeirat, der noch installiert werden soll, wird am 25. Februar erstmals zusammentreten.