Chefredakteur Gerd Jung verabschiedet sich vom Beobachter

Verlags-Geschäftsführer Dietmar Kelm überreichte zum Abschied des scheidenden Chefredakteurs Gerd Jung eine von Gertpeter Zeuch gefertigte Porträt-Zeichnung.

Nach 38 Jahren endet eine Redakteurs-Ära bei der lokalen Tageszeitung

Neue Herausforderungen: „Beobachter“-Redaktionsleiter Gerd Jung hat sich in dieser Woche mit einer Feier im „Alten Fritz“ von seinen Kollegen in der Redaktion, der Belegschaft der Tageszeitung und einigen weiteren langjährigen Weggefährten ver­abschiedet. Nach 38 Jahren und sieben Monaten will das unermüdliche Urgestein der Redaktion aber noch lange nicht sein journalistisches Handwerkszeug in die Mottenkiste packen. Statt dessen stehen neue Herausforderungen an, dem täglichen Redaktionsstress indes wird sich Chefredakteur G. J. fortan aber nicht mehr antun. Er will sich dem Vernehmen nach verstärkt der Darstellungsform Reportage widmen. Ganz soweit ist es indes noch gar nicht, denn obwohl dem „Unruheständler in spe“ noch geschätzte 789 Urlaubstage zustehen, hat er versprochen, bis zu seinem endgültigen Abschied am 1. September (und vielleicht sogar darüber hinaus), seinem Seesener „Beobachter“ auch weiterhin mit der ein oder anderen Geschichte das Blatt zu füllen. Schon an Tag eins nach der Feier kehrte er morgens an seinen Schreibtisch zurück – schließlich kann man ja nicht von heute auf morgen gehen. Die Sause im „Alten Fritz“, bei der die drei „Jung­spunde“ Oliver, Stefan und Fabian für musikalische Unterhaltung sorgten, nahm „Beobachter“-Geschäftsführer Dietmar Kelm zum Anlass, sich mit einem Präsent für die fast vier Jahrzehnte im Dienste des Lokaljournalismus bei zu bedanken. Zum Abschied gab es ein Porträt – wer sonst als Seesens Edel-Karikaturist Gertpeter Zeuch hätte dieses anfertigen können? Weitere Abschiedsgeschenke schlossen sich an. Witzig auch, als Dietmar Kelm aus der Bewerbung des Jungs vorlas, die dieser 1973 an der Schreibmaschine verfasst hatte. Was wäre wohl gewesen, wenn das Bewerbungsschreiben nicht auf die ungeteilte Zustimmung der verantwortlichen Zeitungsmacher gestoßen wäre? Seesen und vor allem der „Beobachter“ hätten einen Lokaljournalisten aus Leidenschaft ver­misst.