Christlicher Glaube und Politik

Hält den Festvortrag: Alt-Bischof Dr. h.c. Horst Hirschler.
 
Hält die Predigt: der scheidende Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber.

Stiftung „Kirche in unserer Zeit“ lädt zum Stifterfest ein / Nach zehn Jahren Stiftungsvermögen von gut 300.000 Euro

Wer innerhalb einer Stiftung Verantwortung trägt, der kann sich nie wohlgefällig zurücklehnen. Schließlich ist es gerade Sinn und Zweck dieser Einrichtung, dauerhaft die selbst gesteckten Ziele zu verwirklichen. Zumindest aber darf nach einer gewissen Wirkungsperiode ein wenig Freude aufkommen.

So wie bei der Stiftung „Kirche in unserer Zeit“. Sie wurde vor nunmehr zehn Jahren aus der Taufe gehoben. Grund genug für eine Zwischenbilanz, denn in der zurückliegenden Dekade hat sich einiges getan. Das machte Propst Thomas Gleicher in einem Pressegespräch deutlich.
„Angetreten war die Stiftung damals vor dem Hintergrund, in Zeiten schwindender Kirchensteuereinnahmen und damit verbundener drastischer Einsparungen Finanzmittel zu generieren, um das Evangelium weiter auf breiter Basis in Wort und Tat verbreiten zu können“, erinnerte Gleicher. Überflüssig zu betonen, dass man dabei stets die Förderung kirchlichen Lebens in der gesamten Propstei Seesen mit ihren immerhin 32 Kirchengemeinden im Blick hat.
„Insgesamt konnten wir in den vergangenen Jahren 16 Projekte mit einem Volumen von rund 10.000 Euro fördern“, berichtete der Propst weiter. Darunter fallen unter anderem Theater-, Tanz- und Spielprojekte, der Kauf und die Reparatur von Flöten beziehungsweise Blasinstrumenten, die Anschaffung von Bibeln sowie die Unterstützung der Kinderchorarbeit. Kindern aus sozialschwachen Familien wurde die Möglichkeit gegeben, am großen Konfirmandenfreizeit-Seminar teilzunehmen und einer Familie konnte nach einem Hausbrand finanziell schnell und unbürokratisch geholfen werden.
Wie Thomas Gleicher weiter bilanzierte, belaufe sich das Stiftungsvermögen mittlerweile auf gut 300.000 Euro. „In der Zeitachse liegen wir damit – verglichen mit anderen kirchlichen Stiftungen – genau im Schnitt.“ Besonderen Wert legen die Verantwortlichen der Stiftung auf hundertprozentige Transparenz. Daher werde auch einmal im Jahr die finanzielle Situation mit sämtlichen Positionen öffentlich gemacht.
Zu den Aktionen und Veranstaltungen, deren Erlöse in das Stiftungsvermögen mit eingehen, gehören beispielsweise der Adventskalender, der vielen Seesenern bereits tolle Preise beschert hat, sowie auch das alljährlich anstehende Stifterfest. Das nächste steht bereits unmittelbar bevor. Heute in zwei Wochen, am Freitag, 23. Mai, werden dazu gleich zwei hochkarätige Geistliche in Seesen erwartet. Begonnen wird um 18 Uhr mit einer Andacht in der St.-Andreas-Kirche zu Seesen. Die Predigt wird der scheidende Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber halten. Anschließend, gegen 18.45 Uhr, erfolgt die Begrüßung im benachbarten Kirchenzentrum.
Um 19 Uhr beginnt dann der Festvortrag. Dafür konnte diesmal Alt-Bischof Dr. h.c. Horst Hirschler gewonnen werden. Der ausgewiesene Luther-Kenner wird zum Thema „Christlicher Glaube und Politik“ sprechen. Hirschler war Mitglied der Synode und des Rates der EKD, von 1988 bis 1999 Landesbischof der Landeskirche Hannover, ist seit 2000 Abt des Klosters Loccum und erhielt 2009 den Predigtpreis des Verlages für Deutsche Wirtschaft. Zu Hirschlers Verdiensten gehören ein beharrliches Eintreten für die Überwindung der Hindernisse im ökumenischen Dialog der Konfessionen und sein Beitrag zum Entscheidungsprozess um die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“. Im Anschluss an den Festvortrag und eine Aussprache wartet ein reichhaltiges Buffet auf die Gäste.
Propst Thomas Gleicher lädt alle an der Stiftung beziehungsweise am Thema Interessierten herzlich ein, bei der Veranstaltung dabei zu sein. Einige Plätze sind noch frei. Anmeldungen und weitere Informationen im Kirchenzentrum unter der Rufnummer (05381) 942920. Im Zuge des Stifterfestes wird um eine Spende von 50 Euro pro Person gebeten, die direkt und ohne Abzüge dem Stiftungskapital zufließt. Wer diesen Betrag nicht aufbringen kann, soll sich nicht ausgeschlossen fühlen, sondern gibt, was er kann.