Cooler Semmelrogge als fieser Brandstifter

Max-Frisch-Parabel in Seesen aufgeführt

Max Frischs 1958 in Zürich uraufgeführte Tragikomödie „Biedermann und die Brandstifter“ schildert die absichtliche Blindheit seines Protagonisten gegenüber einer sich zusammenbrauenden Gefahr und die grausamen Folgen. Am Ende knallen die Gasometer in die Luft, und Biedermann hat es nicht für möglich halten wollen, obwohl ihm die Brandstifter über all ihre Pläne in Kenntnis setzen. Ein bisschen zuviel Wahrheit – die beste Tarnung eben. Theaterabend in Seesen: Obwohl Brandstiftungen allgegenwärtig sind, glaubt Gottlieb Biedermann, Fabrikant von Haarwasser, sich sicher und nimmt zwei fragwürdige Gestalten in sein Haus auf. Die Schauplätze sind der Wohnbereich der Familie Biedermann und der Dachboden während eines Zeitraums von vier Tagen, von Mittwoch bis Samstag. Am Dienstagabend erlebten die Seesener Theaterfreunde dabei ein recht modernes, aber durchaus gelungene Fassung dieses „Lehrstückes ohne Lehre“. Allen voran die Schauspieler wussten vollends zu überzeugen. In der Rolle des Eisenrings brillierte der Bösewicht-Darsteller Martin Semmelrogge. Der wendige Kellner Eisenring, Hauptbrandstifter, ließ das Publikum entzücken. Nach der Pause kam die Frisch-Parabel in Fahrt. Am Ende gab es großen Applaus für alle Mimen.