Das ändert sich im Jahr 2014

Höherer Steuergrundfreibetrag, Tabaksteuererhöhung und Änderung des „Flensburger“ Punktesystems für Autofahrer

Freibetrag, Rente, Telefonie und SEPA: Wie üblich treten zu Beginn eines Jahres zahlreiche neue Gesetze in Kraft. So auch für das Jahr 2014. Wir stellen einige davon vor:

Steuern
Der steuerliche Grundfreibetrag steigt für Ledige von 8130 auf 8354 Euro, bei Zusammenveranlagung auf 16.708 Euro. Spätestens 2014 ist auch eine Erhöhung des Kinderfreibetrags nötig. Das muss jedoch noch geregelt werden. Möglicherweise steigt dann auch das Kindergeld. Mehr zahlen muss hingegen, wer mehr als 3937,50 Euro brutto im Monat verdient. Bis zu dieser Grenze, sie ist bei den diversen Sozialabgaben jedoch unterschiedlich, müssen Beschäftigte und ihre Arbeitgeber Sozialbeiträge entrichten. Was darüber liegt, ist beitragsfrei. Die meisten Arbeitsnehmer sind davon nicht betroffen, da der Durchschnittsbruttoverdienst bei etwa 3.400 Euro liegt.
Teurer werden könnte auch rauchen, denn die Tabaksteuer wird planmäßig ein weiteres Mal erhöht. Geben die Hersteller diese Erhöhung an die Verbraucher weiter, könnte eine Packung Zigaretten (19 Stück) um vier bis acht Cent teurer werden, eine 40-Gramm-Feinschnittpackung um zwölf bis 14 Cent. Aus Polen, Bulgarien, Ungarn, Lettland, Litauen und Rumänien dürfen übrigens statt 800 nur noch 300 Zigaretten für den Eigenverbrauch mitgebracht werden. Darüber wird die Tabaksteuer fällig.
Gesenkt wird der Kohlendioxid-Grenzwert bei neu zugelassenen Pkw. Die steuerfreie Basismenge sinkt auf 95 Gramm je Kilometer.

Rente
Die Rente bleibt vorerst gleich, dürfte jedoch im Laufe des Jahres um rund zwei Prozent angehoben werden. Hier wird die Auswertung der Lohnentwicklung, die im März bekanntgegeben wird, abgewartet.
Die Riester-Rente wird ab dem 1. Januar flexibler gestaltet. So kann das Geld aus einem privaten Riester-Vertrag besser für selbst genutztes Wohneigentum oder die Tilgung von Immobilienschulden verwendet werden, ohne die Förderung zu verlieren.


Hartz IV: Für die gut sechs Millionen Bezieher von Hartz-IV-Leistungen gibt es etwas mehr Geld. Alleinstehende erhalten nun 391 statt 382 Euro. Bei zwei Erwachsene in einer Bedarfsgemeinschaft steigt der Satz um acht auf 353 Euro. Für Kinder gibt es, je nach Alter, zwischen fünf und sieben Euro mehr.

Autofahrer
Die vieldiskutierte Änderung des neuen Punktesystems für Autofahrer tritt zum 1. Mai in Kraft. Statt ein bis sieben Punkte, gibt es nun je nach Schwere des Verstoßes ein, zwei oder drei Punkte. Der Führerschein ist nun nach acht, statt nach 18 Punkten weg. Die Möglichkeit des Abbaus von Punkten durch Schulungen bleibt erhalten. Binnen fünf Jahren kann, bei maximal fünf Punkten auf dem Konto, einer abgebaut werden. Verjähren kann nun jeder Punkt getrennt nach zweieinhalb, fünf oder zehn Jahren. Bisher verhinderte jeder neue Verstoß das Verschwinden.
Zur Pflicht wird es ab dem 1. Juli auch für private Pkw-Fahrer, eine Warnweste im Auto zu haben.

Sonstiges
Arbeitnehmerfreizügigkeit: Das uneingeschränkte Recht, in Deutschland eine Arbeit zu suchen, gilt auch für Bürger aus den EU-Ländern Bulgarien und Rumänien. Sie können nun ohne Arbeitserlaubnis hierzulande einen Job suchen.
Handys: Zum 1. Juli wird das Telefonieren mit Handys im EU-Ausland billiger. Anrufe aus dem Ausland dürfen dann noch 19 Cent pro Minute ohne Mehrwertsteuer kosten, ankommende Anrufe fünf Cent. Die Kosten einer SMS betragen noch maximal sechs Cent.

Banken: Die einheitliche europäische Bankenaufsicht startet. Die EZB soll von November an wichtige Banken beaufsichtigen, insbesondere Institute mit einer Bilanzsumme von mehr als 30 Milliarden Euro. Mögliche Risiken sollen so frühzeitig entdeckt werden, um eine weitere Bankenkrise zu verhindern.
Im Februar startet das europäische Zahlungssystem Sepa. Bankkunden sollten sich schon einmal an die 22-stellige neue Kontonummer gewöhnen. Unternehmen, Vereine und Verwaltung müssen ab Februar das Sepa-System anwenden, Privatkunden haben damit noch bis zum 1. Februar 2016 Zeit.

Film und Buch: Bibliotheken und öffentlich-rechtliche Rundfunksender dürfen Bücher und Filme ins Internet stellen, wenn die Rechteinhaber nicht mehr zu ermitteln sind. Eine halbe Million Bücher und 50.000 Filme könnten somit nun öffentlich zugänglich werden.

Pflege: Kaum eine Pflegeeinrichtung, die beim neuen „Pflege-TÜV“ nicht mit „sehr gut“ oder wenigstens „gut“ abschneidet. Unterscheidungsmöglichkeiten gibt es hier kaum. Daher wurde ein neues Benotungssystem entwickelt, das die Anforderungen höher legt. Die Regelung gilt zunächst jedoch nur für die stationäre Pflege. Ambulante Pflegedienste werden nach wie vor nach den alten Kriterien bewertet. Pflegeeinrichtungen und -dienste werden regelmäßig durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen unangemeldet überprüft.