Das große Abenteuer: Mit der Ente nach Jordanien

Interessiert lauschten die Mitglieder des Lions-Club am Montagabend dem Vortrag über die Orient-Rallye, die 300 Teilnehmer von Allgäu nach Jordanien unternahmen.

Sven Alt – Teilnehmer der Orient-Rallye vom Allgäu nach Jordanien – spannender Referent beim Lions-Club

Es musste mindestens 20 Jahre alt sein und durfte nicht mehr als 1.111 Euro kosten. Dann konnte ein Auto teilnehmen an der Orient-Rallye vom Allgäu bis nach Jordanien, die im Jahr 2011 insgesamt 300 Abenteurer anlockte. Die Idee zur Tour in die Hauptstadt nach Amman hatte vier Männer und zwei Frauen aus Reinhartshagen in der Nähe von Göttingen so begeistert, dass sie ihre alten Enten, auch Citroen 2cv oder Deux Chevaux genannt, monatelang zu Rennautos umgebaut haben. Ende April 2011 ging die Reise los, zunächst nach Oberstaufen im Allgäu. Von dort fuhren dann insgesamt 300 Rallye-Teilnehmer in Richtung jordanischer Wüste. Die Autos wurden dann vor Ort für soziale Projekte versteigert. Über dieses spannende Abenteuer berichtete am Montagabend Sven Alt einer der Teilnehmer der Rallye vor den interessierten Zuhörern des Seesener Lions-Club.
250.000 Enten wurden zwischen 1959 und 1992 in Deutschland verkauft. Mit zunächst 16 PS, später 29, entwickelte sich das Auto zum Kult, besonders bei konsumkritischen Studenten. Der Auftrag der Rallye-Teilnehmer bestand darin, Amman zu erreichen, unterwegs diverse Aufgabe zu erfüllen, sich unbedingt an die Spielregeln zu halten und nebenbei noch etwas Gutes zu tun.
Mit einer Ente eine Wüsten-Rallye zu bestreiten, war für Sven Alt keineswegs ein so exotischer Gedanke, wie für andere. Eine Ente zwischendurch zu reparieren, sei einfach. „Das ist kein Hexenwerk, so ein Motor und das Chassis. Insofern hatten wir uns zugetraut, dass wir – mit Werkzeug, einigen Einzelteilen, Sachverstand und Fleiß – die Autos unterwegs auch flottbekommen, falls etwas passiert. Und eine Ente, die jetzt 190.000 Kilometer runter hat, schafft auch noch 5.000 bis 6.000 mehr,“ erklärte Sven Alt den rund 50 interessierten vom Lions-Club.
Rund ein Jahr arbeiteten die Enten-Liebhaber bereits an den drei Wagen der Baujahre 1982 bis 1989. Dann ging das Abenteuer los.
„Das ganze Projekt war ein Riesenspaß. Es ging darum, überhaupt anzukommen.“ Natürlich wollte man auch gewinnen. Denn der Gewinner der Rallye bekam ein Kamel. Dieser Hauptpreis blieb den Abenteurern dann aber doch erspart. Olaf Alt, Präsident des Lions-Club Bad Gandersheim – Seesen, gleichzeitig Cousin von Sven Alt, hatte diesen für den spannenden Vortrag gewinnen können. Er bedankte sich mit einer von Gertpeter Zeuch kreierten Verpackungsdose für den spannenden und interessanten Vortrag. Die Mitglieder des Lions-Clubs spendeten lang anhaltenden Applaus.