„Das ist besorgniserregend“

Nur jedes sechste Schulkind geht zur Vorsorge

Kinder und Jugendliche gehen zu selten zur Vorsorgeuntersuchung. Insgesamt nehme nur jedes sechste Kind die von Ärzten empfohlene und von den Krankenkassen in der Regel bezahlte Vorsorge in Anspruch, teilte die Kaufmännischen Krankenkasse Hannover (KKH) am Mittwoch mit.

Die Auswertung ihrer Versichertendaten habe ergeben, dass 15 Prozent der Sieben- bis Achtjährigen die Untersuchungen wahrnähmen. Bei den 16- bis 17-Jährigen beanspruche nur noch ein Prozent die Vorsorge. „Das ist besorgniserregend“, sagte KKH-Experte Christian Kollek.
Das Vorsorgeinteresse nehme mit steigendem Alter des Kindes ab. Gerade die Grundschul- und Jugendzeit sei jedoch eine sensible Phase, sagte Kollek. Ursachen für Lernschwierigkeiten, mangelnde Konzentration und Verhaltensauffälligkeiten würden bei den Untersuchungen häufig aufgedeckt. Eltern sollten die Kinder deshalb dazu motivieren, den Arzt aufzusuchen. Der Experte lobte die Initiative von Bundesgesundheitsminister Gröhe für eine verpflichtende Vorsorgeuntersuchung.