"Das ist ein großer Erfolg für den Naturschutz!"

Naturidylle pur: Netteaue mit Nilgänsen (Foto: bo)

Neues Landschaftsschutzgebiet "Nettetal" umfasst 336 Hektar / "Aktion Auetal leistet wertvollen Beitrag

Seesen (bo). Der Kreistag des Landkreises Goslar hat Anfang Juli die Neuausweisung des Landschaftsschutzgebietes „Nettetal“ beschlossen. Ein Teil des „neuen“ Landschaftsschutzgebietes (LSG) stand bereits seit den 1960er Jahren unter Landschaftsschutz. Die beiden Landschaftsschutzgebiete „Nettetal“ und „Oberes Nettetal“ umfass­ten damals zusammen 212 Hektar.
Das neue LSG erstreckt sich auf einer Fläche von rund 336 Hektar von Rhüden im Norden bis nach Herrhausen im Süden. „Mit wenigen Ausnahmen steht nunmehr fast der gesamte Verlauf der „Nette“ im Goslarer Kreisgebiet unter Landschaftsschutz. Das ist ein großer Erfolg für den Naturschutz!“, erklärt Manfred Niepel, Leiter des Fachdienstes Umwelt beim Landkreis Goslar.
Die Planungen zur Neuausweisung des LSG Nettetal laufen bereits seit einigen Jahren. Eine wichtige Wegmarke war dabei die Ausweisung des Nettetals als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet – kurz FFH-Gebiet – durch die Europäische Union. Nur repräsentative Gebiete mit einer besonders charakteristischen Tier- und Pflanzenartenausstattung werden in dieser Schutzgebietskategorie erfasst. Um einen hinreichenden Schutz der FFH-Gebiete zu gewährleisten, müssen diese zusätzlich als nationale Schutzgebiete ausgewiesen werden. Daher wurde das FFH-Gebiet Nettetal in das neue LSG „Nettetal“ integriert.
Die positiven Auswirkungen des neuen Schutzgebiets stellt Rainer Schlicht, Leiter der Naturschutzbehörde beim Kreis, in den Vordergrund: „Für den Naturschutz stellt das Schutzgebiet mit seinen naturnahen Fließgewässern, insbesondere der Nette, den Feuchtwiesen, Teichen und Auwäldern ein besonderes Kleinod dar.“
Einen wertvollen Beitrag zum nachhaltigen Schutz des Nettetals leistet seit vielen Jahren der Seesener Verein „Aktion Naturland e. V.“. Durch den Ankauf und die Extensivierung der landwirtschaftlichen Flächennutzung auf fast 200 Hektar sowie die Anlage von Feuchtgebieten und Teichen wurde wertvoller Lebensraum für eine Vielzahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Die Teiche und Feuchtwiesen sind mittlerweile zu wichtigen Rast-, Brut- und Nahrungsgebieten für viele Vogelarten geworden. Ein Beispiel dafür ist der Weißstorch: „Die Chancen, den Weißstorch als Brutvogel zu etablieren, sind so gut wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die modernen Regelungen der neuen Schutzgebietsverordnung sowie der gemeinschaftliche Landkauf durch die Aktion Naturland und die Stadt Seesen sind eine gute Grundlage dafür“, sieht Schlicht positive Zukunftsperspektiven für die Weiterentwicklung des Naturraumes.
Das Resümee der Landkreisvertreter ist eindeutig: „Die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichem und hauptamtlichem Naturschutz ist im Nettetal erfolgreich und vorbildlich. Unser Dank geht an alle, die sich in diesem Projekt engagiert haben.“