„Das ist gelebte Völkerverständigung“

Bürgermeister Erik Homann verabschiedete am gestrigen Montag die nach Ysselsteyn reisenden Mitglieder der RK „Sehusa“ Seesen.

Mitglieder der Reservistenkameradschaft „Sehusa“ Seesen pflegen Kriegsgräber in den Niederlanden

Eine ganz besondere Runde hatte sich am gestrigen Montagvormittag im Sitzungszimmer des Rathauses zusammengefunden.

Bürgermeister Erik Homann verabschiedete dort nämlich acht Mitglieder der Reservisten-Kameradschaft „Sehusa“ Seesen. Unter der Leitung von Oberstleutnant der Reserve Hans-Jörg Brennecke und Oberstabsfeldwebel der Reserve Franz Maier nahmen sie mit zwei Fahrzeugen der Bundeswehr Kurs gen Niederlande. Genauer gesagt war und ist Ysselsteyn das Ziel der Reise, eine Kleinstadt in der Provinz Limburg im Süden des Landes. Dort werden die Reservisten bis zum 8. Mai Kriegsgräber des Ersten und Zweiten Weltkrieges pflegen.
Erik Homann, selbst Mitglied der RK Sehusa Seesen, würdigte bei dieser Gelegenheit das Engagement der rührigen Reservisten in Sachen Kriegsgräber ausdrücklich. Er bezeichnete den Einsatz als „gelebte Völkerverständigung“. Vor dem Hintergrund der Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges sei es sicher keine leichte Aufgabe, als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in den Niederlanden auf diese Weise aktiv zu sein.
Unterstützt durch zwei Kraftfahrer des Bundeswehr-Standortes Holzminden werden die beteiligten Mitglieder der RK Sehusa Seesen im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Denkmäler und Grabstätten des deutschen Soldatenfriedhofs Ysselsteyn pflegen und instandsetzen. Hier haben mehr als 31.500 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden.
Untergebracht und verpflegt werden die Reservisten aus dem Vorharz durch den Volksbund in der nahe gelegenen Jugendbegegnungsstätte Ysselsteyn. Am Dienstag kommender Woche, 5. Mai, ist eine Kranzniederlegung auf dem britischen Soldatenfriedhof in der Stadt Overloon und anschließend der Besuch des dortigen Weltkriegsmuseums „Liberty Park“ geplant.