Das Jahr in 46:40 Minuten

Rückblick auf 2014: Mit Bildern wie dem von der inzwischen sanierten Poststraße ließ Bürgermeister Erik Homann die vergangenen zwölf Jahre Revue passieren. Das durchaus sehr humorvoll.
 
Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang 2015 von der Savoy Swing Band.

Neujahrsempfang 2015: Bürgermeister Erik Homann ruft zu Geschlossenheit auf

Exakt 46 Minuten und 40 Sekunden nahm sich Bürgermeister Erik Homann am Freitagabend Zeit für seine Neujahrsrede. Zeit, um das Jahr 2014 Revue passieren zu lassen, die Sportler des Jahres zu ehren, den unermüdlichen Ehrenamtlichen seinen Dank auszusprechen und einen kleinen Ausblick für das bereits laufende 2015 zu wagen.
Und wie bereits im vergangenen Jahr verstand es Homann, den Rückblick mit Bildern und Videos – teils mit Musik unterlegt – unterhaltsam und kurzweilig zu gestalten. Kurzweilig vor allem auch deshalb, weil die mehr als 400 Gäste beim Neujahrsempfang 2015 etliche Informationen aus erster Hand erfahren konnten.

Schließung des Heinz-Werkes überschattete das Jahr 2014

Das Jahr 2014 war ein schwieriges für Seesen, das räumte Homann gleich zu Beginn seiner Rede ein. Die Schließung des Heinz-Werkes überschattete vieles. Eine Entscheidung, die im US-amerikanischen Philadelphia getroffen wurde, traf Seesen hart. Einen Nachnutzer für das mittlerweile verkaufte Werk gibt es (noch) nicht. Homann zeigte sich aber überzeugt, dass das rund 46.000 Quadratmeter große Fabrikgelände wieder mit Leben respektive Arbeit gefüllt werden könne. Interessenten gäbe es durchaus. Zudem galt es in 2014, schwierige Entscheidungen zu treffen. Beispielsweise als es um den Verkauf des Schützenplatzes ging. Hier führte Homann noch einmal die Gründe an, warum das Areal trotz eines Zwei-Millionen-Euro-Angebotes nicht veräußert wurde. Gleichzeitig wurden im vergangenen Jahr die Steuern erhöht – das löste natürlich ebenfalls unterschiedlich Emotionen hervor.
Dann wurde der Song des Jahres 2014 intoniert – Atemlos von Helene Fischer. Dazu präsentierte Homann Bilder, die das Engagement des Seesener Stadtmarketings widerspiegelte. Homann war es ein besonderes Anliegen, die Stadtmarketing eG vorzustellen. Diese Institution habe sich bewährt und sei in der Tat atemlos für die Stadt Seesen im Einsatz. Gleichzeitig wies er auf die neue Seesen-App des Stadtmarketings hin.
Was den Ausblick für 2015 betrifft, so gelte es, verstärkt die Wirtschaft zu fördern. Unternehmen nach Seesen zu holen oder Neugründungen zu unterstützen sei das Gebot der Stunde.
Innenstadtsanierung, Einzelhandel, Wirtschaftsförderung, Baumaßnahmen wie die Sanierung der Schildberg-Sporthalle, die Renovierung des Obdachlosenheimes, die Neugestaltung der Sehusa Wasserwelt, der Verkauf des Ratskellers, eine mögliche Fusion mit Lutter und vieles mehr wurden in der Neujahrsrede vom Verwaltungschef gestreift. Baumaßnahmen fanden auch in den Ortsteilen, beispielsweise in Rhüden, Engelade oder Münchehof statt. Und auch die ließ Homann nicht unerwähnt.
Aber auch die Steuererhöhungen und der demographische Wandel beschäftigten und beschäftigen die Stadt. Bei weniger werdenden Einwohner und sinkenden Einnahmen gelte es, sparsam zu haushalten. Der Rat der Stadt Seesen habe sich für einen Mittelweg entschieden. Der bedeute, dass man zwar in einigen Bereichen kürzen müsse, aber dennoch ein gewisses Level beziehungsweise einen Standard aufrecht erhalten wolle. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die Ausgaben reduziert und auf der anderen Seite die Steuern moderat erhöht, wie es Homann erklärte. Alternativen zur Steuererhöhung gebe es nicht, es sei denn man wolle auf Dinge wie das Museum, Stadtbücherei, Museum, Ausstattung der Grundschule, Dorfgemeinschaftshäuser oder Sportförderung verzichten

Sportler des Jahres erstmals bei Neujahrsempfang geehrt

Seinen Rückblick auf das Jahr 2014 beendete Homann mit der Ehrung der Sportler des Jahres. Hier zeichnete der Verwaltungschef die Orientierungsläuferin Birte Friedrichs, den Langstreckenläufer Wolfgang Rühlemann sowie die Tennis Herren Ü40 des TC Seesen. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang 2015 von der Savoy Swing Band. Im Anschluss an die Ansprache Homanns gab es Laugengebäck, Sekt, Wein und erstmals das im vergangenen Jahr eingeführte Sehusa Bier. Auch auf das Bier war Homann eingegangen, das durchaus humorvoll. Er dankte dem Seesener „Beobachter“, der das Sehusa Bier gemeinsam mit der Altenauer Brauerei auf den Markt gebracht hatte.
Verzichtet hatte Erik Homann auf Einzelbegrüßungen. Eine aber vergaß er nicht namentlich willkommen zu heißen. Elisabeth Paetz-Kalich, die Mutter des Sehusafestes, die sich im September eine Oberschenkelfraktur zugezogen hatte, weilte unter den zahlreichen Gästen. Für sie gab es lang anhaltenden Applaus. Zum Ende rief der Verwaltungschef alle Besucher zu Geschlossenheit Als Vorbild für Seesen nannte er die Deutsche Fußballmannschaft, die 2014 als verschworene Einheit den WM-Titel errang. Mit den Worten „Es kommt auf die Menschen an, auf uns“, schloss Homann seine Neujahrsrede.