Das Publikum in der Aula wurde reichlich beschenkt

 

Theater-AG des Jacobson-Gymnasiums Seesen begeistert mit Sherlock Holmes

Sir Arthur Conan Doyle lässt Dr. Watson über die Ermittlungen seines Freundes Sherlock Holmes sagen, er finde darunter „viele tragische, einige komische und eine große Anzahl einfach seltsamer Fälle. Aber kein einziger davon ist alltäglich. Holmes arbeitete nämlich vor allem aus Liebe zu seiner Kunst und weniger, um Reichtum zu erwerben.“
Also war es ein echter „Sherlock Holmes“, den die Theater- und Kulissen-AG des Jacobson-Gymnasiums jetzt auf die Bühne der Aula gebracht hatte: Das Stück war „nicht alltäglich“, vielfach „komisch“, zeigte große „Liebe zur Kunst“, und der Eintritt war kostenlos. Es war das Publikum, das reich beschenkt wurde.
Stefan Bungert, der Schulleiter des Jacobson-Gymnasiums, begrüßte die Zuschauer und wies auf den Vater des Schultheaterspiels der letzten Jahre hin, auf Christian Neofotistos. Dieser habe „seine Kleinen groß bekommen, so dass sie jetzt eigenständig ihre Theaterstücke auf die Bühne“ brächten. Alles – Regie, Bühnenbild, Kostüme, Flyer und Plakat – sei Leistung der Arbeitsgemeinschaft. Zu bedauern sei um so mehr, dass diese Arbeiten bei den Mitschülern, den Eltern und der Öffentlichkeit offensichtlich nur geringen Zuspruch gefunden hätten, denn die Aula war höchstens zur Hälfte gefüllt.
Watson und Holmes bekommen Besuch von einer jungen Dame, die um ihr Leben fürchtet. Vor einigen Jahren sei ihre Schwester unter ähnlichen Umständen zu Tode gekommen. Die Orte der Recherchen führen das Detektiv-Duo in Rons Wirtshaus in einem Londoner Vorort; der Wirt erzählt von einem neuen Todesfall im Anwesen der Klientin. Er weist auf die in der Nähe lagernden Zigeuner hin. Während Holmes den Tatort auf Stoke Moran untersucht, gerät Watson in den wilden Strudel des Zigeunerfestes. Als dieser sich schließlich wieder mit Holmes trifft, wird er auf Stoke Moran von der „Tatwaffe“ gebissen, wird aber von Holmes in letzter Minute gerettet. Wer dann schließlich als die echte mörderische Schlange überführt wird, wird danach auf der Bühne schnell nachvollziehbar.
Fall gelöst. Begeistertes Publikum. Eine farbenfrohe und frische schauspielerische Umsetzung eines „tödlich heiteren Detektiv-Klassikers“ endet in der Bakerstreet 221b und leider auch schon in der Aula des Schulzentrums. Der Klassiker wurde von Julia Mitzinnek in ein gut spielbares Drehbuch umgesetzt; zusammen mit Diandra Hillebrand teilte sie sich das Regie-Amt. Eigentlich sollte man bei einer Schüleraufführung nicht einzelne Personen hervorheben, aber das Duo Sherlock Holmes (Josefine Porompka, 8e) und Dr. Watson (Anna-Lena Brede, 9e), fast die ganze Zeit in den tragenden Rollen auf der Bühne, sollte genannt werden. Daneben war der schrullige Wirt Ronald Maynooth eine dankbare Rolle für Zoe Peckhaus (7el). Beeindruckend war auch der Zigeunertanz mit unerwarteten choreografischen Einfällen. Vier Schülerjahrgänge bildeten eine homogene Theatertruppe: die Schülerinnen auf der Bühne (mit vielen Hosenrollen!) zusammen mit den beiden Schülern an der Licht- und Ton-Technik.
Am heutigen Mittwoch, vor der Zeugnisausgabe, wird das Theaterstück noch einmal vor der Schülerschaft des Gymnasiums aufgeführt. Joachim Frassl