„Das Rudern hört nicht auf...“

Schulleiterin Annegret Tuchtfeld.

Entlassfeier für 103 Absolventen der Oberschule Seesen / 40 erweiterte Abschlüsse

Seit die Oberschule Seesen vor fast einem Jahr an den Start ging, war das zurückliegende Schuljahr naturgemäß von vielen Premieren geprägt. Für eine der letzten war die Aula des Schulzentrums jetzt Schauplatz. Dass etwas anders war, ließ sich nach dem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Kirche „Maria Königin“ schon allein am „so vollen Haus“ erkennen, das selbst Schulleiterin Annegret Tuchtfeld „schon lange nicht mehr gesehen hat“. Zum ersten Mal wurden dort nämlich die Schüler aus dem Realschul- und die aus dem Hauptschulzweig gemeinsam entlassen. Allerdings, so konstatierte die Schulleiterin in ihrer Ansprache, „lief diese Gemeinsamkeit noch nicht an allen Stellen so richtig rund“. Aber man werde daraus lernen, und wichtig sei ohnehin nur, was die Abschlussschüler bei der Entlassfeier gemeinsam hätten. Und das sei eine ganze Menge.
Anhand der bekannten Schwarzbrot-Apfel-Analogie machte Annegret Tuchtfeld deutlich, dass Lernen meistens beides sei: mal süß und leicht wie der Apfel, aber manchmal eben auch schwer verdaulich wie Schwarzbrot. Lernen sei wie das Rudern gegen den Strom, zitierte sie den chinesischen Denker Laotse. Höre man damit auf, dann treibe man zurück. „Es nimmt also kein Ende; wenn ihr nun geht, dann wechselt ihr vielleicht das Boot, das Rudern aber hört nicht auf“, betonte sie. Die Entlassschüler seien nunmehr nicht nur in der Lage, sich Wissen anzueignen und zu lernen, sondern auch, Verantwortung für die gewonnene Freiheit zu übernehmen. „Das verlangt auch den Mut zur Ehrlichkeit – gegenüber anderen und nicht zuletzt gegenüber sich selbst“, so Annegret Tuchtfeld abschließend.
Nach einem musikalischen Intermezzo – für den guten Ton an diesem Vormittag sorgten neben der Rockklasse R 7 auch die Wahlpflichtkurse 9 und H 10 – wünschte zunächst der 2. stellvertretende Bürgermeister der Stadt Seesen, Norbert Stephan, den Jugendlichen alles Gute. Den Lehrerinnen und Lehrern dankte er dafür, ihnen ein gutes Rüstzeug mit auf den Weg gegeben zu haben. Die Vertreterin des Schulelternrates, Julia Dittrich, zeigte sich vor allem beeindruckt von dem Wir-Gefühl innerhalb des scheidenden Jahrgangs, der einige Höhen und Tiefen erlebt habe. Exemplarisch nannte sie die gelungene Schulhofverschönerung auf der einen sowie den Tod von Lehrer Werner Brandt auf der anderen Seite. Ein Dank ging an die Adresse der Eltern, die ihren Kindern „Wurzeln und Flügel“ gegeben hätten. Abschließend wünschte sie den Jugendlichen „eine gute Reise“.

Wie es mit dem Höhepunkt des Tages noch weiterging lesen sie von A bis Z in der Ausgabe von Dienstag, 14. Juli.