Dauerregen bereitet Bauern Probleme

Eine langer und kalter Winter, ein trockenes Frühjahr, und jetzt ergiebige Niederschläge bei niedrigen Temperaturen. Landwirte sind es gewohnt, sich auch auf widrige Witterungseinflüsse einzustellen, aber das Jahr 2013 verlangt ihnen bislang besonders viel ab. Landesweit sind viele Wiesen und Felder überflutet. Im Südosten des Landes fielen besonders anhaltende Niederschläge mit bis zu 100 mm an einem Wochenende. Jetzt kommt die Flutwelle der Flüsse in den nördlichen Landesteilen an, wo vielerorts „Land unter“ gemeldet wird. Besonders stark betroffen sind nicht nur die erst kürzlich bestellten Mais- und Zuckerrübenfelder, wo die jungen Pflanzen häufig völlig unter Wasser stehen. Angespannt wird die Lage jetzt auch für die Milchviehhalter. Sie können ihre Tiere nicht auf die Weiden lassen, und sie haben noch nicht die längst überfällige Grasernte beginnen können. Einbußen lassen sich allenfalls noch begrenzen, momentan aber ist hier an den Grünlandschnitt nicht im Traum zu denken.
„Die weiteren Wetterprognosen stimmen uns zurzeit nicht sehr optimistisch“, fasst Jürgen Hirschfeld, Vorsitzender im Ausschuss Pflanzliche Produkte im Landvolk Niedersachsen zusammen. Neben den heftigen Regenfällen in äußerst kurzer Zeit fehlt jetzt erneut etwas Wärme für einen Wachstumsschub. Die Vegetation liegt rund drei Wochen zurück, eine spätere Ernte ist damit bereits programmiert. Spargel- und Erdbeeranbauer sollten jetzt eigentlich in der Haupterntephase sein, aber sowohl dem Spargel als auch den Erdbeeren ist es deutlich zu kühl. Einen detaillierten Überblick über die bisherigen Schäden gibt es derzeit noch nicht, aber die Landwirte hoffen nun dringend auf einen Wetterwechsel mit milderen Temperaturen ohne weitere Niederschläge. Geht es nach den Wünschen der Landwirte, könnten die Niederschläge im Zeitablauf etwas besser verteilt werden, Probleme bereiten den Bauern dagegen immer die Extreme – zurzeit die Nässe und die kühlen Temperaturen.