Dem Leben Jesu an zwölf Stationen auf der Spur

Eine Gruppe beim Abendessen.
 

Hauptkonfirmanden aus der Propstei Seesen treffen sich in Bornum / Astfelder holen den Wanderpokal

Über 200 Hauptkonfirmandinnen und Hauptkonfirmanden aus allen Gemeinden der evangelisch-lutherischen Propstei Seesen kamen jetzt in Bornum zusammen, um einen kurzweiligen, aber dennoch durchaus informativen Nahmittag miteinander zu verbringen. Diese Begegnung steht mittlerweile in der Reihe einer kleinen Tradition.
Vor rund zehn Jahren entstand in den Reihen der für die Jugendarbeit der Gemeinden Verantwortlichen die Idee zu einem interessanten, aber zugleich auch informativen Event für die jungen Christen ins Leben zu rufen. Der Konfirmandenunterricht sollte dadurch deutlich an Attraktivität gewinnen. Dieses ursprüngliche Anliegen hat sich insgesamt erfolgreich durchgesetzt und gehört mittlerweile zu einem der festen Termine im Rahmen der unterschiedlichsten Propstei-Veranstaltungen.
Ein rund zehnköpfiges Team aus den Reihen des Pfarrkonvents der Propstei Seesen unter der Federführung von Propstei-Diakon Udo Salzbrunn hat auch in diesem Jahr für die punktgenaue Vorbereitung gesorgt. Zu bewältigen war die Organisation von zwölf Stationen, bei denen das Leben Jesu von vielen Seiten interessant beleuchtet werden sollte. Dazu brauchte es vor allem einen großen Stab an engagierten Mitarbeitenden aus allen Gemeinden. Doch entgegen vieler Erfahrungen aus dem Bereich von Traditionsvereinen in den Dörfern, bei denen es aus Mangel an freiwilligen Helfern kaum noch möglich ist, aus eigener Kraft größere Veranstaltungen zu stemmen, gelingt es der Kirche vor Ort immer wieder, hier für die eigene Berufung Flagge zu zeigen.
Das Leben Jesu beginnt wie bei allen Menschen bekanntlich mit der Geburt. Danach kommen die Jugend, die Ausbildung und die Arbeit im Beruf. Soweit – so gut. Das, was die Bibel über Jesus erzählt, zeichnet diese Linie auch in der Biographie Jesu schlaglichtartig nach. Doch dann wenden sich die Evangelien den besonderen und einzigartigen Stationen seines Lebens zu: Er beruft Jünger in seine Nähe und versucht mit den Mitteln der sanften, aber unaufhaltsamen Kraft, dem ihm in die Wiege beziehungsweise Krippe gelegten Glauben neue Strahlkraft zu verleihen. Viele sind von diesem Willen angerührt und tief betroffen. Anderen ist das völlig egal und wieder andere sind aufgebracht, weil sie sich zur Verwaltung des altehrwürdigen Glaubens auserkoren fühlen und durch die neuen Ideen in die Enge gedrängt fühlen.
Damit ist der folgende felsentiefe Konflikt schnurgerade heraufbeschworen. Es kommt zu Zerwürfnissen mit der Obrigkeit und zur Gerichtsverhandlung mit tödlichem Ausgang. Der Glaube sollte mit ins Grab sinken! Doch am dritten Tag danach bekam die Hoffnung, die ja bekanntlich die kleine Schwester des Glaubens ist, neue Kraft. Neues Leben – alte Liebe: der Ostermorgen war geboren.
So ungefähr lässt sich das, was die Konfirmandinnen und Konfirmanden im Rahmen eines durch Wettbewerb geprägten Laufes durch die bunten Stationen durchlebt hatten, beschreiben. Dabei mussten allerdings zunächst ganz basisbezogene Aufgaben erledigt werden: Erbsen zählen, Klettern oder Kisten stapeln gehörten zum Programm wie Texte dichten und Schätze bergen. All solche erfolgreich zu bewältigenden Aufgaben zählten zur Ansammlung von Punkten und möglichen Zusatzpunkten. Denn auch Zusatzaufgaben konnte den Punktestand der aus rund sechs bis acht Konfirmanden zählenden Gruppen wirksam aufstocken.
Nach rund drei Stunden konnten die Verantwortlichen die Siegerehrung im Rahmen eines leckeren Abend-Snacks in der Bornumer Turnhalle bekannt geben. Platz drei belegten die Jugendlichen aus Windhausen. Platz zwei entfiel auf die Mannschaft aus Gittelde-Münchehof (Gruppe 3). Sieger des Tages war die Mannschaft aus Astfeld. Sie nahm die Trophäe aus den Händen von Propstei-Jugend-Pfarrer Martin Stützer stolz entgegen.
Propst Thomas Gleicher, der die Veranstaltung eröffnet und begleitet hatte, äußerte sich im Nachgang dazu erneut sehr positiv. „Dank der engagierten Arbeit der zahlreichen haupt- und ehrenamtlich Tätigen gelingt es uns zum wiederholten Male, die Grunderfahrungen des christlichen Glaubens auch an die Jugend unserer Kirche zu vermitteln.“ Damit sprach er zielgenau eine Erfahrung an, die im Laufe des entspannten Nachmittags direkt zu spüren war: Statt des „Daddelns“ auf den zahlreichen Modellen von Handys widmeten sich die quirligen Jugendlichen lieber der wohl wichtigsten Nebensache der Welt: ihrem aktuell präsenten Gegenüber – ohne Netz und doppelten (Internet-)Boden. Oder anders ausgedrückt: Glaube, Hoffnung und Liebe kennen, nicht nur aus christlicher Sicht, nur ein einziges Gesicht – das Gesicht des Nächsten.