Demenz am Ende des Lebens

Der vollbesetzte Saal im Seesener Kirchenzentrum zeugte von großem Interesse am Thema. (Foto: Martini)
 
Tim-Florian Meyer und Christiane Berndt bei der Begrüßung. (Foto: Martini)

Hospizinitiative Seesenund Paritätischer Wohlfahrtsverband veranstalten Fortbildungstag

Auf der Schwelle zum Tod sind Menschen mit Demenz eine äußerst sensible Personengruppe.

Wie kann deren Menschenwürde und Lebensqualität in der letzten Phase des Lebens in besonderem Maße gewahrt werden? Denn das Sterben soll unter würdigen Bedingungen möglich sein und als Teil des Lebens auch bei Menschen mit Demenz gebührende Aufmerksamkeit erhalten.
Um dieser sensiblen Thematik einen neuen Diskurs zu widmen, fand am vergangenen Dienstag ein Fortbildungstag zum Thema „Menschen mit Demenz in ihrer letzten Lebensphase“ im Seesener Kirchenzentrum statt. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung im Rahmen der Kampagne zur „Demenzfreundlichen Kommune“ von der Horizont Hospizinitiative Seesen und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Seesen.
Als Referentin für den Fortbildungstag wurde Nadine Gruschinski, ihres Zeichens examinierte Altenpflegerin, Diplom Sozialpädagogin und Geragogin eingeladen. In ihrem Berufsfeld ist sie für die Alzheimer Gesellschaft Braunschweig und beim Verein ambet in der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle tätig.
Der 1. Vorsitzende der Horizont Hospizinitiativ, Pfarrrer Tim-Florian Meyer, und Christiane Berndt vom Paritätischen Seesen dankten eingangs der Gastreferentin Nadine Gruschinski für ihr Kommen und zeigten sich außerdem erfreut über das zahlreiche Publikum, das sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Altenheimen sowie anderer Hospizinitiativen, der Ausbildungsklasse 12/15 der Asklepios Kliniken aber auch Privatpersonen zusammensetzte.
Nach einer Einführung über Demenz und ihre Erscheinugsformen, vertiefte Nadine Gruschinski die Thematik mit wichtigen Fragen. Sterben Menschen mit Demenz anders? Wie können die Bedürfnisse von wahnehmungseingeschränkten Menschen erkannt werden? Mit welchen Methoden findet man noch Zugang zum Patienten?
Ein wichtiger Aspekt der palliativen Versorgung (Reduzierung der Folgen des Krankheitsbildes) von sterbenden Demenzkranken, ist die sogenannte basale Stimulation. Dabei handelt es sich um ein besonderes Instrument zur Kontaktaufnahme mit dem Patienten. Pflegerinnen und Pfleger können mittels stimulierender Berührungen, Massagen und gezielter Reize in Verbindung mit Zuwendung und Vermittlung von Geborgeheit und Nähe auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen. Es ist das Ausbilden einer intuitiven Wahrnehmung um auf Jemanden einzugehen, der sein Leiden nicht mehr über die Sprache mitteilen kann.
Nach der Mittagspause und im Anschluss an den Vortrag konnten sich die Zuschauer in einer Gruppenarbeit aktiv über ihre verschiedenen Tätigkeitsbereiche austauschen. Die erarbeiteten Ergebnisse wurden von am Ende des Tages vorgestellt.
Alles in allem war der Fortbildungstag ein voller Erfolg für alle Beteiligten. „Solche Veranstaltungen fördern die weitere Vernetzung der palliativ versorgenden Institutionen,“ erkärte Timo-Florian Meyer. Christiane Berndt lobte das Vortragskonzept von Referentin Nadine Gruschinski: „Durch die Miteinbeziehung des Publikums und der Veranschaulichung des Themas anhand praktischer Beispiele, war der Vortrag für uns alle vor allem inhaltlich sehr interessant und nachvollziehbar.”