Demnächst zieren Kühe die Silowand

Die Schüler gaben sich große Mühe bei der Präsentation ihrer Arbeiten.
 
Die Entscheidung fiel den betreibenden Landwirten der Biogasanlage in Mechtshausen nicht einfach.

Projektkurs des Jacobson Gymnasiums verschönert die 30 Meter lange Betonwand der Biogasanlage Mechtshausen

Dass sich Schüler der Oberstufe im Kunstunterricht mit Biogasanlagen auseinandersetzen, klingt im ersten Moment wohl etwas ungewöhnlich. Ganz und garnicht ungewöhnlich ist jedoch die Idee, die dahinter steht: Die Silowand soll ansprechend gestaltet werden. Das zumindest wünschten sich die Betreiber der Biogasanlage in Mechtshausen. Sie unterbreiteten Schulleiter Stefan Bungert den Vorschlag, ein entsprechendes Kunstprojekt entstehen zu lassen.
Erst als Heike Hammer-Geries die Lehrkräfte stundenweise unterstützte, indem sie zunächst fünfte Klassen unterrichtete, konnte das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Die Grafik-Designerin nahm die Herausforderung gerne an und startete zu Beginn des laufenden Schuljahres im August 2011 mit dem 11. Jahrgang des Jacobson Gymnasiums das Projekt „Gestaltung einer Silowand der Biogasanlage Mechtshausen“. Das erste Halbjahr war für die Erarbeitung der Thematik und die Fertigstellung der Entwürfe vorgesehen.
Die Schüler befassten sich mit regenerativen Energien und hielten Referate zu den Unter­themen Funktion einer Biogasanlage, Solarenergie, Windkraft, Geothermie, Wasserkraft und Energiegewinnung mit Holz. Selbstständig erarbeiteten sich die Schüler ein Basiswissen für die thematische Gestaltung der 30 Meter langen Betonwand. Auch beschäftigte sich der Projektkurs mit dem Thema Wandmalerei, der ältes­ten Kunstform überhaupt. Als ständig aktuelles Beispiel hierzu diente die Wandmalerei von Pablo Picasso zur Pariser Weltausstellung 1937: „La Guernica“, die im Treppenhaus des Jacobson Gymnasiums zu sehen ist. Die Eastside Gallery auf den Resten der Berliner Mauer am Ostbahnhof, diente als Beispiel für Wandmalerei in der heutigen Zeit.
Anfangs parallel zu den begleitenden Referaten und später ausschließlich, wurden erst Skiz­zen und dann die endgültigen Entwürfe erstellt. Ausführungsmaterial war für alle Teams der Buntstift, um eine Vergleichbarkeit der Entwürfe zu erreichen. Insgesamt wurden von dem Kurs fünf Vorschläge erstellt.
Anfang 2012 begannen die Planungen für die Präsentation der Entwürfe, die als Wettbewerb der fünf Teams gestaltet werden sollte. Es wurden Konzepte zur Vorstellung der Entwürfe erarbeitet, die dazu dienen sollten, die Betreiber der Biogasanlage vom eigenen Entwurf zu überzeugen. Freies Reden vor fremdem Publikum, der Schulleitung und der Presse mit überzeugenden Argumenten war die Aufgabe, die als Übung für die berufliche Praxis dienen sollte und in der vergangenen Woche schließlich in die Tat umgesetzt wurde.
Am vergangenen Dienstag war der Tag der Entscheidung gekommen. Die Betreiber der Biogasanlage fanden sich in den Kunsträumen des Gymnasiums ein und bekamen die fünf Entwürfe vorgestellt. Anschließend zogen sie sich zur Beratung zurück und stimmten ab, welcher Entwurf am ehesten in Frage kommt. Ganz so einfach fiel die Entscheidung dabei jedoch nicht – schließlich steckten in jedem der Entwürfe kreative Ideen und ganz eigene Interpretationen. Besonders gut hatte jedoch allen der Vorschlag von Lena-Meltem Finster, Lena Wecken, Linn Eggerling, Jennifer Winkler und Ellen Bogorinsky gefallen. Dieser wird in den kommenden Wochen und Monaten schließlich von allen Teilnehmern des Projektkurses in die Tat umgesetzt und soll noch vor den Sommerferien die Silowand der Biogasanlage zieren.