Demografische Entwicklung, Inklusion und Diversität sind die Themen

Heiner Pott.

Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen vom 23. bis 25. Mai in Goslar / 20 Jahre AWO KISS

Seesen / Goslar (bo). Mit einem Grußwort des Staatssekretärs im Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration des Landes Niedersachsen, Heiner Pott, wird am 23. Mai in Goslar die 34. bundeszentrale Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen eröffnet. Unter dem Motto „Vielfalt gehört dazu“ bilden die hochaktuellen Themen „demografische Entwicklung“, „Inklusion“ und „Diversität“ und die damit verbundenen Herausforderungen für die Selbsthilfe den Spannungsbogen des Fachprogramms.
Erwartet werden mehr als 130 Akteure, Fachkräfte und Multiplikatoren der Selbsthilfe und der Selbsthilfeunterstützung aus ganz Deutschland. In Plenarvorträgen und Arbeitsgruppen geht es dabei zum Beispiel um unterschiedliche Arbeitsweisen und Kulturen von jüngeren und älteren Menschen in der Selbsthilfe, um Erfahrungen beim Aufbau von muttersprachlichen Selbsthilfegruppen oder um Hilfen für pflegende Angehörige.
Erörtert werden auch die Bedeutung der Gesundheitsförderung für die Selbsthilfe sowie der Aufbau von Kooperationen mit Organisationen angrenzender Arbeitsfelder. Den Eröffnungsvortrag zum Tagungsthema wird die Bochumer Ethikprofessorin Sigrid Graumann halten. Am Abschlusstag beschäftigt sich die Münchner Professorin für Sozialpädagogik, Gabriela Zink, mit der Frage, ob gemeinschaftliche Selbsthilfe Unterschiede in Alter, Status, sozialer Lage, Kultur und Herkunft überwinden kann.
Die bundesweite Fachtagung der DAG SHG zur Fortbildung von Fachkräften der Selbsthilfeunterstützung findet in diesem Jahr in Kooperation mit der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe des AWO Bezirksverbands Braunschweig in Goslar (KISS Goslar), dem Selbsthilfe-Büro Niedersachsen und dem Arbeitskreis Niedersächsischer Kontakt- und Beratungsstellen im Selbsthilfebereich statt. Die KISS Goslar in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt feiert 2012 ihr 20-jähriges Bestehen – zwei Jahrzehnte Selbsthilfeunterstützung für Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Goslar.
Mit dem Aufbau und der Begleitung von rund 30 Selbsthilfegruppen begann die AWO KISS Goslar im April 1992. Die Zahl der bestehenden Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeinitiativen hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren mehr als verdreifacht.
Rund 2.800 Menschen, Männer und Frauen, sind in den jetzt bestehenden Gruppen aktiv. Tauschen sich im Gespräch über ihre Erkrankung, Behandlungsmethoden und nicht zuletzt über Bewältigungsmechanismen aus, die sie „am eigenen Leib“ erfahren haben. Sie unterstützen und begleiten Gleichbetroffene, die ihre Hilfe suchen, organisieren Informationsveranstaltungen und Fachvorträge. Sie tragen so zur Aufklärung, zur Verarbeitung und zur Emanzipation von Menschen bei, die sich für sich selbst und andere engagieren wollen.
Die AWO KISS Goslar unterstützt die Selbsthilfegruppen im Aufbau und in Krisensituationen, bündelt und leistet Öffentlichkeitsarbeit. Sie ist auch die Brücke zwischen dem professionellen Gesundheitswesen und der Selbsthilfe als bürgerschaftlichem Engagement.