Den Tagen mehr Leben geben

Dörte Schipper, geboren 1960, ist Fernsehjournalistin und recherchiert und filmt unter anderem für die Reihe ARD Reportage. Ihre gemeinsam mit Kollegen erstellte Fernsehreportage „Der Luxuskoch vom Hospiz“ wurde mit dem Erich-Klabunde-Preis des deutschen Journalistenverbands ausgezeichnet.

Hospiz-Brunch im Evangelischen Kirchenzentrum mit der Journalistin Dörte Schipper

Ob im ZDF oder auf Vox, bei den Privaten oder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: all überall sind Kochsendungen zu sehen. Sei es nun, dass ambitionierte Hobbyköchinnen gegeneinander antreten oder professionelle Köche anderen unter die Arme greifen, dabei über die Herkunft von Obst und Gemüse plaudern oder wertvolle Tipps geben, wie die Zubereitung eines festlichen Menüs gelingen kann.

Die Stars unter den Köchen sind die, die sich mithilfe ihrer innovativen Kreativität einen Stern erkocht haben. Deren Namen werden hoch gehandelt und manch einer lässt es sich Hunderte von Euros kosten, bei ihnen zu essen – wenn dieses prophane Wort hier noch verwendet werden darf.
Wie kommt nun ein solcher Sternekoch dazu, dieses Karriere-Leben hinter sich zu lassen und in ein Hospiz zu gehen, um dort sterbende Menschen zu bekochen? Ruprecht Schmidt ist diesen Weg gegangen und kocht im Hospiz Leuchtfeuer auf St. Pauli. Die Journalistin, Autorin und Filmemacherin Dörte Schipper ist dieser Frage nachgegangen und hat Ruprecht Schmidt längere Zeit begleitet, mit ihm gesprochen und ihn in seiner Arbeit und seinem Umgang mit sterbenden Menschen beobachtet.
Beim diesjährigen Hospiz-Brunch wird Dörte Schipper von ihren Erlebnissen und Beobachtungen berichten, aus ihrem Buch „Den Tagen mehr Leben geben – Der Starkoch vom Hospiz und seine Gäste“ vorlesen und Ausschnitte aus ihrem Filmmaterial geben.
Die Horizont-Hospizinitiative lädt zu diesem Vortrag im Rahmen des Hospiz-Brunchs am Sonnabend, 22. November, um 11 Uhr in das Evangelische Kirchenzentrum, Hinter der Kirche 1a, ein. Beim anschließenden gemeinsamen Essen, das wieder von der Asklepios-Klinik Seesen gestiftet wird, sollen die Teilnehmer die Möglichkeit bekommen, sich auszutauschen.
Außerdem möchte die Horizint-Hospizinitiative auf den Filmabend mit anschließender Diskussion am Freitag, 7. November, ab 19.30 Uhr im Evangelischen Kirchenzentrum hinweisen. Gezeigt wird der Film „Halt auf freier Strecke“.
Der Film erzählt die Geschichte von Frank und Simone, die sich einen Traum erfüllt haben, und mit ihren Kindern in einem Reihenhaus am Stadtrand leben. Sie sind ein glückliches Paar, bis zu dem Tag, an dem bei Frank ein inoperabler Hirntumor festgestellt wird. Die Familie ist plötzlich mit dem Sterben konfrontiert. „Halt auf freier Strecke“, ist eine Geschichte der Extreme, die aus alltäglichen Vorgängen erwachsen, eine Geschichte, die im Tod das Leben feiert. Der Filmabend findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kino im Kirchenzentrum“ statt.
Beide Veranstaltungen sind kostenfrei, die Hospizinitiative um den 1. Vorsitzenden, Pfarrer Tim-Florian Meyer, lädt herzlich dazu ein. Anmeldungen nimmt Tim-Florian Meyer unter der E-Mail horizontseesen@googlemail.com beziehungsweise unter der Telefonnummer (05381) 48864 bis zum 17. November entgegen.