Der Bürgermeister packt aus

Schüler haben nachgefragt – und Antworten bekommen

Von Pauline Ebel, Tabea Emmermann, Meike Hennseler, Sophie Raupers-Greune, Annalia Willeke

Im Oktober hatten wir die Chance im Rahmen des BuS-Projektes, ein ausführliches und interessantes Interview mit dem Bürgermeister Erik Homann zu führen. Im Rathaus wurden wir sehr freundlich empfangen, und waren froh darüber, dass er sich so viel Zeit für uns nahm.

Wollten sie schon immer Bürgermeister werden und wie sind Sie dazu gekommen?
Nein, ich hatte als Kind und Jugendlicher nicht das klare Ziel vor Augen, Bürgermeister zu werden. Ich habe früher in einem kleinen, abgelegenen Dorf gewohnt. Dort habe ich nie einen Bürgermeister zu Gesicht bekommen. Insofern war mir diese Berufsmöglichkeit auch gar nicht so präsent. Ich habe Jura studiert und mich dann, nach einigen anderen beruflichen Stationen, um das Amt des Seesener Ersten Stadtrates beworben. Ich wurde gewählt und stand wenig später vor der Frage, ob ich für das Bürgermeisteramt kandidieren will.

Was haben Sie als Bürgermeister für Aufgaben?
Der Beruf ist sehr vielfältig. Ich bin zuständig für die laufende Verwaltung und die Repräsentation der Stadt. Ich vertrete unsere Stadt auf Veranstaltungen und muss in Zusammenarbeit mit der Verwaltung und dem Rat wichtige Entscheidungen treffen, wie zum Beispiel den Bau oder Verkauf von städtischen Gebäuden.

Finden Sie Seesen für Jugendliche attraktiv?
Ich finde Seesen nicht unattraktiv, aber mir ist bewusst, dass es auch nicht die attraktivste Stadt für Jugendliche ist. Aber als Stadt haben wir nur wenig Einfluss darauf, ob Geschäfte oder Kinos etc, nach Seesen kommen. Unsere Stadt ist nun mal nicht die Größte, und deshalb für solche Einrichtungen nicht gerade ein lohnendes Ziel. Für Familien und kleine Kinder ist Seesen jedoch sehr attraktiv. An dem Angebot für Jugendliche müssen wir noch arbeiten.

Gibt es auch Nachteile an ihrem Beruf?
Ja, zum Beispiel Wochenendtermine. Am Wochenende wäre ich gerne einfach mal zu Hause bei meiner Familie, aber überwiegend machen mir die Termine Spaß.

Was würden Sie an Seesen verbessern/verändern, wenn Sie ganz allein entscheiden könnten?
Unsere nahe Lage an der Autobahn mehr nutzen, indem wir mehr Flächen für Gewerbe schaffen, um mehr Arbeitsplätze zu bieten. Ich würde den Bestand an Immobilien, die im Eigentum der Stadt stehen, reduzieren um Kosten zu sparen. Außerdem würde ich aus der Stadt mehr Lebensqualität herausholen, zum Beispiel durch gute Kinderbetreuung, ordentliche Straßen, gute Schulen, Fahrradwege, Kultur und mehr Freizeitaktivitäten.

Warum wurde eigentlich die Straße am Markt erneuert?
Die Straße war alt und in einem sehr schlechten Zustand. Sie ist der Eingang zur Innenstadt, und damit das Tor zu Seesen. Außerdem befinden wir uns momentan in einem Förderprogramm, weshalb zwei Drittel der Kosten von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Niedersachsen übernommen wurden.

Warum stehen so viele Immobilien leer?
Wir leben nun mal in der Zeit des demographischen Wandels, das heißt, dass circa 100 Menschen in Seesen geboren werden, während circa 200 Menschen sterben. Durch den Verlust der Menschen kommt es zum Leerstand einiger Häuser, da niemand da ist, der in die Häuser ziehen kann.

Macht ihnen der Beruf Spaß?
Ja der Beruf macht mir Spaß, aber natürlich hat auch er, wie jeder andere Beruf Schattenseiten.

Interessieren sie sich als CDU Politiker auch für umwelttechnische Probleme?
Klar auch dafür, aber Umwelt ist eher ein globales Problem, und auf kommunaler Ebene kann man da nur wenig tun. Wir sorgen unter anderem für den Ausgleich zwischen bebauten Gebieten und der Natur, erhöhen die Energieeffizienz unserer Gebäude und sparen Strom bei der Straßenbeleuchtung. Den Klimawandel werden wir damit allein aber nicht stoppen können.

Was würden sie tun wenn sie spontan einen Tag frei bekommen würden?
Ich würde gern mal einen Tag allein mit meiner Frau verbringen. Vielleicht würden wir nach Hamburg fahren. Mit der Stadt verbinden wir viele gemeinsame Erinnerungen.