Der Bürgermeisterkandidat und (s)eine neue Kultur

Erik Homann (links) stand beim Frühschoppen der CDU Bornhausen Rede und Antwort. (Foto: Knoblich)
 

„Auf ein Wort mit Erik Homann“ hatte der CDU-Ortsverband Bornhausen eingeladen

Bornhausen (kno). Beim Frühschoppen des CDU-Ortsverbands Bornhausen lief zunächst alles wie am Schnürchen. Die Sitzgarnituren waren in Reih’ und Glied platziert, auf dem Grill brutzelten die Würstchen, Ortsverbandsvorsitzender Dieter Pietzonke freute sich, zahlreiche Einwohner und Ehrengäste – unter anderem die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Christiane Raczek und den Landtagsabgeordneten Rudolf Götz – begrüßen zu können, die Stimmung war bestens. Und dann kam der Regen anstelle des vorhergesagten Sonnenscheins mit Temperaturen jenseits der 25-Grad-Marke. Doch die Bornhäuser sind ja bekanntlich flexibel. So wurde später einfach im Dorfgemeinschaftshaus weitergemacht.
Zuvor aber hatte sich mit Erik Homann der Mann vorgestellt, der am 11. September für das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters in der Stadt Seesen kandidiert. Als Volljurist und in der Verwaltung tätig, kenne er die Entscheidungsstrukturen und wisse, wie man Ziele am sinnvollsten verfolgt, sagte er. Was seine Ziele angeht, so liegt ihm besonders die Wirtschaftsförderung am Herzen. Die sei bisher zu kurz gekommen. Es gelte, attraktive Gewerbeflächen vorhalten, keine Paragraphenreiterei zu betreiben und den Ermessensspielraum vor Ort zu nutzen. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf Familien mit Kindern. „Für sie muss Seesen ein attraktiver Wohnort sein; daher brauchen wir eine flexible Betreuung und gute Schulen“, sagte Homann, selbst dreifacher Familienvater. Was das schnelle Internet angehe, so müsse sich die Verwaltung stark machen, um hier den engen Spielraum voll auszuschöpfen.
„Wir als Verwaltung müssen die Menschen mit einbinden in Entscheidungen, müssen erläutern, erklären, Sachzwänge deutlich machen, müssen den Dialog suchen und Kompromisse finden“, betonte Homann im Blick auf sein Verständnis einer neuen Kommunikationskultur mit den Bürgerinnen und Bürgern. Gleiches gelte für die politische Kultur. Grabenkämpfe und die Frage, wer eine Idee wohl als erster hatte, hülfen nicht weiter. Über Parteigrenzen hinweg miteinander sprechen und über Ideen streiten, das sei der richtige Weg. Ausdrücklich begrüßte der 34-jährige Bürgermeisterkandidat die Änderung des Kommunalverfassungsgesetzes, dass die Entscheidungskompetenzen der Ortsräte stärke (der „Beobachter“ berichtete).
„Auf ein Wort mit Erik Homann“, so war der Frühschoppen betitelt. Und so nutzten die Besucher gern die Gelegenheit, mit dem CDU-Kandidaten ins Gespräch zu kommen. Das Bornhäuser Urgestein Wilhelm Hans beispielsweise mahnte, die Dörfer nicht aus den Augen zu verlieren, sie nicht noch mehr ausbluten zu lassen. „Da rennen Sie bei mir offene Türen ein“, antwortete ihm Erik Homann. Gerade in den Dörfern gebe es ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl; hier werde sehr viel auf die Beine gestellt und für die Jugend getan. Und auch ganz jungen Bornhäusern stand Erik Homann gern Rede und Antwort. Im Fach Politik befassen sich Annemarie Werner und Paula Weper aus der 7c der Bockenemer Oberschule gerade mit der Kommunal- beziehungsweise Bürgermeisterwahl. Die Chance, einen Experten und „echten“ Kandidaten quasi vor der eigenen Haustür befragen zu können, ließen sie sich nicht durch die Lappen gehen.