Der ewige Traum der Menschheit nach Weltfrieden

Szene aus „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde. (Foto: bo)

Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ / Am 13. April im Goslarer Odeon-Theater

Im Goslarer Odeon-Theater wird am Mittwoch, 13. April, 20 Uhr, die Komödie „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ aufgeführt. In der Battermann-Inszenierung spielen: Ricarda Baus, Andrea Spatzek, Klaus Engeroff, Wolfgang Finck, Karl-Heinz von Hassel, Christian Vitu und Andreas Werth.
Goslar (bo). Zum Inhalt: Gelegenheit macht Diebe. Dieses Sprichwort nimmt der verschrobene jüdische Taxifahrer Samuel Leibowitz ernst und „klaut“ den New York besuchenden Papst, um ihn zu Hause in der Speisekammer einzusperren. Während Sarah Leibowitz, die sich an die skurrilen Einfälle ihres Mannes gewöhnt hat, mit dem Papst Kartoffeln schält und fröhlich plaudert, fordert der engagierte Samuel mit Zustimmung des Entführten als „Lösegeld“ einen Friedenstag auf der ganzen Welt, an dem kein Blut fließen darf. Rabbi Meyer, der listige Onkel von Samuel, spielt mit dem Papst Schach, um dann aus Geldgier das Versteck des Stellvertreters Gottes zu verraten, was beinahe den 24-stündigen Frieden in sein blutiges Gegenteil verwandelt…
Diese herrlich tiefgründige Komödie aus der Feder von João Bethencourt spielt auf besonders unterhaltsame Weise mit dem ewigen Traum der Menschheit nach Weltfrieden. Ob es dem schlitzohrigen Samuel Leibowitz schließlich gelingt, diesen Traum wenigstens für vierundzwanzig Stunden Realität werden zu lassen? Das sollte man in keinem Fall verpassen.
Übrigens: Autor João Bethencourt feierte im Jahr 2004 „50 Jahre Theaterarbeit“. Während dieser Zeit schrieb er über 40 Theaterstücke, unter anderem auch das bekannteste, „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“. Außerdem arbeitete er als Regisseur und hat bei vielen Erstaufführungen seiner Stücke selbst Regie geführt. Seine Karriere als Lehrer (und Direktor) ist eng verbunden mit seinem Studium an der Yale Drama School (Yale University), das er nach drei Jahren mit dem Diplom Master Of Fine Arts abschloss. Nach seiner Rückkehr nach Brasilien führte er zunächst Regie und begann am Conservatório of Rio de Janeiro Vorlesungen zu halten. Das Conservatório of Rio de Janeiro wurde später die Theaterabteilung der Universität Rio. Hier unterrichtete Bethencourt viele Jahre Regie und Dramaturgie. Eine Zeit lang war er außerdem theaterpolitisch tätig, so wurde er Direktor des Kultusministeriums von Rio unter Carlos Lacerda und kurze Zeit Vize-Präsident der Brasilianischen Autorengesellschaft.