Der Rübenanbau soll sich auch weiterhin lohnen

Verabschiedung ausgeschiedener Vorstandsmitglieder mit Vorsitzendem: Helmut Bleckwenn, Arthur Stolte, Walter Borris, Hans-Wilhelm Kuhrmeier, Herbert Lütgeharm (von links). (Foto: Pressestelle)

Zuckerrübenanbauerverbandes Niedersachsen-Mitte tagt / Walter Borris (Bornum) verabschiedet

Seesen (bo). In den letzten Jahren wurden die Rübenpreise um über 30 Prozent gesenkt und der Selbstversorgungsgrad an Zucker auf 75 Prozent reduziert. Dazu stellt der Vorsitzende des Zuckerrübenanbauerverbandes Niedersachsen-Mitte e.V., Helmut Bleckwenn aus Schellerten, fest: „Diese Veränderungen waren eine Zäsur für unsere Rübenanbauer. Weitere Einschnitte bei der Rüben- und Zuckerproduktion sind keinesfalls angebracht.“
Bleckwenn äußerte sich anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbandes am 22. November vor etwa 200 Mitgliedern und Gästen in Peine. Der Zuckerrübenanbauerverband Niedersachsen-Mitte e.V. vertritt rund 2.600 Zuckerrübenanbauer im Einzugsbereich der Zuckerfabriken Clauen, Nordstemmen und Schladen mit einer Rübenanbaufläche von etwa 45.000 Hektar.
Die Mitglieder bat Bleckwenn um eine breite Unterstützung bei den Aufgaben, die in den nächsten Jahren anstehen. Neben der kritischen Begleitung der Nordzucker AG zählte Bleckwenn die Weiterentwicklung der Zuckermarktordnung in einigen Jahren zu den Herausforderungen der Verbandsarbeit. „Wir wollen erreichen, dass die Zuckerrübe auch weiterhin eine Feldfrucht ist, deren Anbau sich für unsere Rübenanbauer lohnt“, so Bleckwenn abschließend.
Die Rübenanbauer des Verbandes blicken aktuell auf eine Rübenernte, die leider unter den Erwartungen liegt. Mit lediglich 63 Tonnen Rüben pro Hektar bei einem Zuckergehalt von knapp 17 Prozent wird nach jetzigem Stand ein unterdurchschnittlicher Zuckerertrag von 10,5 Tonnen pro Hektar erreicht. Die Witterung hat es in diesem Jahr mit den Zuckerrüben nicht so gut gemeint. Nach Trockenheit und Hitze im Juni und Juli fehlte seit August die für die Zuckerbildung notwendige Sonne. Dennoch gehen die Rübenanbauer davon aus, dass sich in den nächsten Jahren wieder ein positiver Ertragstrend einstellt. Hohe Zuckererträge und ansprechende Rübenpreise sind die Voraussetzung, dass der Zuckerrübenanbau weiterhin wettbewerbsfähig bleibt.
Einen Rückblick zur Verbandsarbeit gab der Geschäftsführer des Verbandes, Dr. Clemens Becker, Hildesheim. Dazu gehören beispielsweise die Kontrollen auf den Rübenhöfen bei der Bewertung der angelieferten Zuckerrüben, das Angebot von Informationsveranstaltungen für die Rübenanbauer und die Mitarbeit an Feldversuchen zur Weiterentwicklung des umweltschonenden Zuckerrübenanbaus. Becker animierte die Rübenanbauer, alle Reserven zu nutzen, um einen möglichst hohen und stabilen Zuckerertrag zu erzielen. Dazu gehört auch der Einsatz neuer Erntetechnik wie das schonende und verlustarme Entblättern von Rüben. Becker abschließend: „Nach unseren Versuchen sind höhere Erträge ohne wesentliche Mehrkosten möglich. Dies ist unverzichtbar für die Wettbewerbsfähigkeit des Zuckerrübenanbaus.“
Bei den sich anschließenden Wahlen wurden Heinz-Jürgen Ahrens, (Walsrode), Christian Reimann (Peine) und Burkhard Köhler (Hemmingen) in ihrem Amt als Vorstandsmitglied bestätigt.
Die bisherigen Vorstandsmitglieder Walter Borris (Bornum), Hans-Wilhelm Kuhrmeier (Söhlde), Herbert Lütgeharm (Pattensen) und Arthur Stolte (Hohenhameln) schieden auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus, um einen Generationswechsel in der Verbandsarbeit einzuleiten. Der Verbandsvorsitzende Helmut Bleckwenn bedankte sich bei den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihre jahrelange gute Verbandsarbeit für die Zuckerrübenanbauer.
Neu in den Vorstand wurden Jan-Hendrik Bues (Klein Denkte), Hans-Heinrich Schnehage (Pattensen) und Maik Wiedemann (Vechelde) gewählt. Zum Kassenprüfer wählten die Verbandsmitglieder Günter Strube (Hohenhameln).
In ihrem Gastvortrag skizzierte die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen die Perspektiven des Zuckerrübenanbaus in Niedersachsen. Dabei machte sie den Landwirten Mut, weiter auf die Zuckerrübe zu setzen. „In Niedersachsen wächst ein Viertel der deutschen Zuckerrüben. Rübenanbau und Zuckerindustrie sorgen für Wertschöpfung und sichern Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen. Daher werde ich mich für die Zuckerrübe einsetzen,“ so Ministerin Grotelüschen. Es bestünden Chancen, die Zuckermarktordnung auch über 2014 hinaus zu erhalten. Ergänzend hob Grotelüschen die zukünftige Bedeutung der Zuckerrübe für die Biogasproduktion hervor. Insbesondere in Gebieten mit sehr starkem Maisanbau könne die Zuckerrübe eine Alternative für die Biogasgewinnung sein, da sie sehr hohe Energieerträge liefere.