Der Schäferhofbrücke droht die Abrissbirne

Die denkmalgeschützte Schäferhofbrücke ist baufällig; die Rettung zweifelhaft.

Brücke ist laut Sachverständigen einsturzgefährdet - Bornhäuser starten Unterschriftenaktion

Die im Jahr 1876 erbaute Schäferhofbrücke in Bornhausen wird wohl bald der Abrissbirne zum Opfer fallen. Was zunächst als Gerücht im Ort und in der Stadt Seesen die Runde machte scheint jetzt fast beschlossene Sache. Seesens Bürgermeister Hubert Jahns bestätigte gegenüber dem „Beobachter“, dass der Abriss der denkmalgeschützten Brücke ernsthaft in Erwägung gezogen werden muss. „Die Brücke ist baufällig. Für den Verkehr ist sie deshalb schon seit längerem gesperrt. Das Betreten der Brücke kann lebensgefährlich sein“, so Jahns zum Stand der Sachlage. Als Ersatz kann nur ein Neubau in Frage kommen, da die originalgetreue Instandsetzung wegen fehlender Baustoffe unmöglich ist. Den politischen Gremien des Ortes und der Stadt obliegt, laut Jahns, jedoch die endgültige Entscheidung.
Widerstand regt sich jedoch indes auf Seite der Bornhäuser Bevölkerung. Frank Fuhrmann, Besitzer des Schäferhof 1, sieht in dem Abriss der Brücke einen gefährlichen Eingriff in den baulich-historischen Charakter des Ortes. Nach seinem Kenntnisstand hat die Stadt Seesen die Sanierung der Brücke in den vergangenen Jahrzehnten versäumt. Über viele Jahre gab es zudem Unstimmigkeiten zwischen Anwohnern und der Stadtverwaltung bezüglich der Unterhaltung der Brücke. Fuhrmann erklärte gegenüber dem „Beobachter“, dass Mitte der 90er Jahre von ihm erwartet wurde, für den Unterhalt der Brücke aufzukommen. Eine Erwartung, der er aufgrund der ungeklärten Rechtslage nicht nachkam.
Dass es sich dabei nicht um lachse Abwälzung der Verantwortung seitens Fuhrmanns handelte zeigt ein Blick auf die Geschichte des historischen Überwegs.
Die Zugehörigkeit der Brücke war lange nicht abschließend geklärt. Ein Rezess (Vertrag) aus den Jahren um 1890 besagt, dass die Zuständigkeit der Brücke beim Erbauer, der Domäne Bornhausen liegt. Da die Domäne Bornhausen jedoch heute nicht mehr im früheren orts- beziehungsweise landesrechtlichen Sinn besteht, und lange fraglich war, wer Rechtsnachfolger ist, entwickelte sich ein langer Lauf durch die Behörden an dessen Ende die Stadt Seesen die Zuständigkeit anerkennen musste.
Die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Goslar hat, alut Jahns, aufgrund der dramatischen baulichen Mängel einem Abriss zugestimmt. Die Bornhäuser Bevölkerung möchte sich dennoch nicht geschlagen geben und startet deshalb am morgigen Sonnabend im Rahmen der Gewerbeausstellung von 10 bis 17 Uhr auf dem Schäferhof eine Unterschriftenaktion.