Die 13 erweist sich als Glückszahl

Das Orchester mit Dirigent Ulrich Finster in Aktion.
 
Moderator Otto Brodthage mit seiner Assistentin Vivien Winkler.
 
Eine gelungene Einlage beim Neujahrskonzert: Die Bauchtanz-Vorführung.

Neujahrskonzert des Volkstümlichen Blasorchesters des MTV Bornhausen bot dem Publikum viel Abwechslung

Ein abwechslungsreiches Programm hatte das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen anlässlich seines nunmehr schon 13. Neujahrskonzertes am vergangenen Sonnabend im Seesener Hotel „Wilhelmsbad“ angekündigt, und das Versprechen eingehalten.

Die 13 erwies sich als Glückszahl, denn rund drei Stunden lang verstanden es die 22 Musiker und sieben Musikerinnen unter der Leitung von Dirigent Ulrich Finster, einen musikalischen Bogen zu spannen, der für jeden Geschmack etwas dabei hatte.
Die Eintrittskarten waren bereits wieder Wochen vor dem Konzert vergriffen, und wer eine der Karten ergattert hatte, genoss es, im mit fast 400 Personen bis auf den letzten Platz besetzten Saal, den Klängen des renommierten Klangkörpers zu lauschen, im Takt mitzuklatschen oder auch mitzusingen. Am Schluss der Veranstaltung gab es stehende Ovationen und alle waren sich einig – so sollte ein musikalisches Jahr beginnen.
Das Orchester sorgte auch sogleich mit dem Marsch „Jubelklänge“ von Ernst Uebel für einen fröhlichen und schwungvollen Auftakt. Dann griff „Kult-Moderator“ Otto Brodthage zum Mikrofon. Er begrüßte die Gäste, darunter besonders den komplett erschienenen Vorstand des MTV Bornhausen, führte informativ in die kommenden Stücke ein und sorgte mit seinen unterhaltsamen Anekdoten und Witzen immer wieder für beste Laune unter den Besuchern. Zudem überraschte Brodthage die Gäste mit einer jungen „Nachwuchsmoderatorin“. Die erst 11-jährige Vivien Winkler gefiel mit ihrem Witz und Humor. Der Beifall des Publikums war der verdiente Lohn für ihren Auftritt.
Der musikalische Bogen war weit gespannt. Weiter ging es mit der Musik aus dem 1996 uraufgeführten Film „Brassed Off“, der in England mittlerweile Kultstatus erreicht hat. Zu hören waren: „Land Of Hope And Glory“, „A Londonderry Air“, „Danny Boy“, „The Floral Dance“ von Katie Moss und die Ouvertüre zur Oper Wilhelm Tell von Gioacchino Rossini. Der „Annen Polka“, von Johann Strauß Sohn komponiert und 1852 der österreichischen Kaiserin Anna Maria gewidmet, folgte ein Medley aus dem Musical „Phantom der Oper“, bei dem sich Gudrun Ende an der Flöte besonders auszeichnete.
Legendär in diesem Musical von Andrew Lloyd Webber ist die Szene, in der der Kronleuchter zu Boden stürzt. Moderator Otto Brodthage war das einen Hinweis wert, dass die Kronleuchter im Wilhelmsbad noch sicher an der Decke hängen, und das auch noch nach dem anschließenden wuchtigen Militärmarsch „Herzog von Braunschweig“ von Gustav Lotterer. Mit der Hymne „Music“ von John Miles wagte das Orchester ein Experiment. Dieses Musikstück ist immer der Höhepunkt der bekannten Konzerte „Nights of the Prom“, wobei Rockmusik und klassische Musik vereint werden.
Gesang, Streicher, Klavier oder Leadgitarre, all das musste das Orchester mit seinen Blasinstrumenten übernehmen. Ein schwieriges Stück, aber am Ende ein geglücktes Experiment. Der anhaltende Beifall war Beweis genug. Kurz vor der Pause war mit dem Medley „Visit to George Gershwin“ amerikanische Musik aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts angesagt. Zu hören waren Ausschnitte aus der berühmten „Rhapsodie in Blue“, „The Man I love“, „I Got Rhythm“ sowie „Summertime“, bei dem das Flügelhorn mit Rainer Bobowski und das Alt-Saxophon, gespielt von Marita Thiemann, die Zuhörer mit auf die Baumwollfelder des amerikanischen Südens nahm. Mit einem Marsch war das Konzert eröffnet worden und mit dem „Egerländer Liedermarsch Nr. 1“ von Franz Bummerl, ging es in die verdiente Pause.
Der altrussische Marsch „Abschied der Slawin“, der neben der Nationalhymne der bekannteste Marsch in Russland ist, war der Auftakt zu einem überaus beschwingten zweiten Teil. Beim Evergreen „Nel blu dipinto di blu“, nach seinem Refrain allgemein unter dem Titel „Volare“ bekannt, ertönte schon erster Gesang aus dem Publikum zum Spiel des Orchesters. Der folgende Oriental Song „Caravans Theme“, 1978 von Mike Batt zum Film „Herr der Karawane“ komponiert, war nicht nur ein Ohren- sondern auch ein Augenschmaus. Begleitend zur Musik tanzten mit Elke und Martina Finster zwei Tänzerinnen von der Bauchtanzgruppe „Essamara“ vom MTV Bornhausen. Vor allem die Männer unter den Zuhörern waren begeistert und geizten nicht mit Beifall.
Evergreens wie „Big Spender“, das Erkennungslied von Shirley Bassey, oder gleich anschließend „Congratulations“, mit dem Cliff Richards seine Weltkarriere startete, steigerten die Stimmung im Saal. Mit dem Potpourri „Sing mit Toni“ verbreitete das Orchester gute Laune pur, denn bei den Hits „Schöne Maid“, „Ich fang für Euch den Sonnenschein“ oder „Junge die Welt ist schön“, von Party-Sänger Tony Marshall, wurde kräftig mitgesungen.
Der von Jack White komponierte Schlager „Fahrende Musikanten“ tat ein weiteres dazu. Diese unsterblichen Schlager sorgten auch beim Seesener Publikum für einen hohen Gute-Laune-Faktor. Noch einmal so richtig in Bewegung kamen die Musiker und Musikerinnen bei der „Brikett Polka“ von Hans Herzberg.
Mit dem Konzertmarsch „Hoch Heidecksburg" von Rudolf Herzer setzte das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen schließlich einen Schlussstrich unter sein Neujahrskonzert. Da hielt es anschließend fast niemanden mehr auf seinem Stuhl. Das begeisterte Publikum bewilligte den Musikern, nach vollem Einsatz, keine Pause und forderte mit nicht enden wollendem Applaus begeistert Zugaben.
Diese gab es zuerst mit der Hymne der Bergleute, dem Steigerlied „Glück Auf“ und um dann schmissig mit „Alte Kameraden“, einem der populärsten und meistgespielten deutschen Militärmärsche, die Grundfesten des „Wilhelmsbad“ noch einmal in Erschütterung zu bringen.
Der Leiter des Orchesters, Wolfgang Sauthoff, hielt für Elke und Martina Finster sowie für Ulrich Finster und Otto Brodthage einen Blumenstrauß bereit und bedankte sich beim Publikum für die tolle Stimmung und den Applaus. Für das kommende Jahr kündigte er schon jetzt eine Neuauflage des Konzertes an. – Mit „Guten Abend, gute Nacht“, dem Wiegenlied von Johannes Brahms, schickte das Orchester sein Publikum dann auf den Heimweg.