Die Blitzer zeigen Wirkung

Der Blitzer auf der B 243 bei der Abfahrt Richtung Felswerke Münchehof hat zu einer drastischen Minimierung der Verkehrsunfälle geführt. Diese Entwicklung beobachtet die Polizei auch an anderen stationären Anlagen im Kreis Goslar. (Foto: Strache)

Polizeiinspektion Goslar registriert 2011 weniger Unfälle mit schweren Folgen

Von Maximilian Strache,
Goslar / Seesen

Die Polizeiinspektion Goslar ist zufrieden mit der Entwicklung der Verkehrsunfallstatistik im Jahr 2011 und deutet die aktuellen Zahlen als Beweis für den Erfolg ihrer Maßnahmen. Das erklärte Hans Werner Röhrken, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Goslar, zusammen mit seinen Kollegen PHK Sigurd Breustedt und Jürgen Bosse im Rahmen einer Pressekonferenz. „Es ist gelungen, die Unfallzahlen im letzten Jahr auf den niedrigsten Stand zu senken, der bislang erreicht wurde“, so Röhrken.
Im Jahr 2010 wurden im Landkreis insgesamt 4.188 Verkehrsunfälle gezählt. 2011 waren es noch 3.654. Das entspricht einem Rückgang von 12,8 Prozent. Die Anzahl der beim einem Unfall getöteten Verkehrsteilnehmer beläuft sich auf neun (2010: 10). Schwerletzte hatte die Polizei 2011 in 125 (2010: 148) und Leichtverletzte in 416 (2010: 464) Fällen zu beklagen. Der Landes- und Bundestrend entwickelte sich im gleichen Zeitraum in die entgegengesetzte Richtung.
Die Hauptursache bei Unfällen mit tödlichem Ausgang oder schweren Verletzungen ist weiterhin überhöhte Geschwindigkeit. Und deshalb hat die Polizei in Kooperation mit dem Landkreis Goslar ihre Bemühungen im Bereich der Geschwindigkeitskontrollen im vergangenen Jahr weiter intensiviert. Regine Körner vom Landkreis Goslar berichtete, dass es im gesamten Kreisgebiet rund 100 Stellen für mobile Geschwindigkeitskontrollen gibt. Hinzu kommen neun stationäre Anlagen. Wie häufig der silbergraue VW Caddy des Landkreises Goslar die Messstellen im Kreisgebiet anfährt, bestimmt das so genannte Messtellen-Ranking. „Diese Einstufung wird jedes Jahr auf ihre Aktualität überprüft“, erklärte Körner. Die landläufige Einschätzung, die Blitzer dienen der Aufbesserung des Kassenbestandes, weisen Polizei und Landkreis entschieden zurück. „Wir können mit eindeutigen Zahlen belegen, warum wir an ausgewählten Standorten Geschwindgkeitskontrollen durchführen. Stationäre Blitzanlagen haben zudem zu einer massiven Reduzierung der Unfälle geführt“, erläutert Jürgen Bosse, scheidender Sachbearbeiter Verkehr.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und der Polizeiinspektion bezeichneten die Verantwortlichen als vorbildlich. Die von Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode im Zuge seiner Verkehrssicherheitsinitiative 2020 geforderte Vernetzung der verschiedenen Behörden, stehe im Landkreis Goslar schon seit Jahren auf der Tagesordnung. Röhrken spricht sogar von einem „Vorbildcharakter“ für andere Regionen und Kommunen.
Im Hinblick auf die Verkehrsüberwachung hat die Polizeiinspektion neben den Geschwindigkeitssündern auch Gurtmuffel, Handytelefonierer und Verkehrsteilnehmer, die ihr Fahrzeug unter Drogen und Alkoholeinfluss führen, verschärft ins Visier genommen.
Ihr besonderes Augenmerk wird aber auch weiterhin der Risikogruppe der Motorradfahrer gelten. Im Vergleich zum Jahr 2010 verzeichneten die Ordnungshüter im Jahr 2011 einen Anstieg um 13 Unfälle auf insgesamt 128. Die Zahl der Unfälle mit schweren Folgen beläuft sich auf 37 (2010: 32). Aufgrund dieser negativen Entwicklung wird die „Taskforce Krad“ die Kontrollen intensivieren. Dabei soll auch das ESO-Messgerät des Landkreises zum Einsatz kommen. Und auch eine verdeckte Überwachung der motorisierten Zweiradfahrer ist geplant. „Wir werden versuchen die unbelehrbaren Kradfahrer auf frischer Tat zu ertappen. Davon erhoffen wir uns vor allem einsichtigeres Verhalten“, erklärt Röhrken. Die länderübergreifende Präventionsmaßnahme „Sicher durch den Harz“ wird ebenfalls fortgesetzt.
Grundsätzlich das sagen Röhrken, Breustedt und Bosse ginge es der Polizei bei der Verkehrsüberwachung nicht darum, die Pkw-, Lkw- und Motorradfahrer zu schikanieren. „Wir sind immer bereit für ein offenes klärendes Gespräch“, so die Polizeibeamten.
Auch im Bereich der Wildunfälle kann die Polizeiinspektion einen kleinen Rückgang verzeichnen. Maßnahmen wie Duftzäune und Dreibeine zeigen offenbar Wirkung. Zudem vermuten die Beamten, dass die Pkw-Fahrer an besonders gefährdeten Stellen von sich aus vorsichtiger fahren.
Abschließend ging Bosse noch auf die Optimierung des Verkehrsraumes zur Reduzierung von Unfallhäufungsstellen ein. Dies stelle die Polizei, den Landkreis sowie die Straßenmeistereien stets vor Herausforderungen. Trotzdem zeigen sich alle zuversichtlich, ein gutes Konzept zu haben.