Die Buschtrommel – die etwas andere Samstagkolumne

Alles Gurke oder was? In Sachen Darmbakterium EHEC gibt's die Infos scheibchenweise, und dies täglich. (Foto: Agentur)

Gurke oder Nichtgurke? – das ist hier die Frage / Von Sandy Heinzel

Täglich ändert sich der Wissensstand über das Darmbakterium EHEC. Schnell war der vermeintliche Übeltäter ermittelt: Die grüne und sonst so gesunde Salatgurke sei schuld an der Seuche, verkündeten die Experten.
Das Kürbisgewächs, vor allem das spanische, wurde an den Pranger gestellt – warum auch nicht? Schließlich ist der fette Verwandte zu Halloween auch ein wahrer Fiesling. Eine grässliche Familie also … oder etwa nicht?
Plötzlich heißt es, man habe auf den kontaminierten Gurken zwar EHEC-Bakterien gefunden, allerdings seien diese von einem anderen Typ. Das Gemüse meldet sich also zu Wort. Während die Gesundheitsbehörden weiterhin im Dunkeln tappen, erfahren wir von einer einfachen Gurke, dass es einen weiteren Bakterientyp gibt. Doch wenn es einen zweiten Typ dieser ekelhaften Bakterien gibt, warum dann nicht auch einen dritten? Oder vierten?
Fest steht zumindest: Wenn wir einer Gurke mehr Glauben schenken können als unserem Gesundheitssystem, ist es an der Zeit, etwas zu ändern. Ich also sage: Gurke!
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Hubertus Heil, seines Zeichens Vorsitzender des SPD-Bezirks Braunschweig und Stellvertretender Fraktionssprecher der Sozialdemokraten im Deutschen Bundestag, hat sich nach eigenem Bekunden am vergangenen Dienstag in aller Herrgottsfrühe, also noch vor seinem Abstecher nach Seesen – hier führte er, wie kurz berichtet, ein Gespräch mit der „Beobachter“-Redaktion und sprach anschließend auf einer Wahlkampfveranstaltung von Bürgermeister-Kandidatin Hanna Kopischke in Rhüden – zweimal geärgert: Zunächst über den Warmwasserausfall in seinem Peiner Domizil. So blieben Pinsel, Rasiercreme und Nassrasierer im Badezimmer unbenutzt, denn: Mit kaltem Wasser rasiert Mann sich nicht. Hubertus Heil ist halt ein passioniert Warmwasserrasierer – Folge: der Bundestagsabgeordnete verließ unrasiert, aber nicht ungeduscht – kaltes Wasser härtet bekanntermaßen ab – das Haus. Vielleicht sollte der SPD-Politiker mit Blick auf einen neuerlichen Warmwasserausfall Vorkehrungen treffen und sich einen Elektrorasierer anschaffen. Über das zweite Ärgernis, das Heil widerfahren ist, wird der „Beobachter“ in der Montagsausgabe informieren.
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Die Seesener kommen in diesem Jahr aus dem Feiern einfach nicht mehr heraus, rüsten doch gleich vier Sportvereine für ihren 100. „Geburtstag“: der VfL Seesen, der Tennisclub Seesen, der TSE Kirchberg und der TSV Herrhausen. Überdies begeht der Harzklub Seesen im Herbst sein 125-jährige Bestehen, und der Männergesangverein Groß Rhüden von 1861 blickt sogar auf 150 Jahre zurück. Glückwunsch!