Die Buschtrommel heute mal nachdenklich

Traurige Entdeckung: Eine Nachricht, die nachdenklich stimmt, erreichte die Redaktion des „Beobachter“ gestern morgen. Ein älterer Herr ist in seiner Wohnung in Seesen gestorben. Von seinem Tod hat lange Zeit niemand Kenntnis genommen. Rund zwei Wochen, so bestätigte die Polizei in Seesen auf Anfrage gestern, hat der Mann unbemerkt tot in seiner Wohnung gelegen. Zwar hatte der Verstorbene laut Informationen unserer Zeitung keine nahen Verwandten in Seesen, wohl aber ausreichend soziale Kontakte. Er war Mitglied eines Seesener Schützenvereins. Dort fiel es schließlich auch auf, dass „ihr“ Vereinsmitglied fehlte. Spät. Zu spät? Mithilfe der Polizeibeamten wurde in dieser Woche die Tür des im obers­ten Stockwerk eines Mehrfamilienhauses lebenden Mannes schließlich geöffnet. Hier hatten sich schon die Tageszeitungen der letzten vierzehn Tage angenhäuft. Was sagt das alles aus? Warum wurde der Tod eines Mannes in Seesen, der doch so viele soziale Kontakte gehabt hatte, nicht früher bemerkt? Alles nur ein trauriger Zufall? Vielleicht. Eine Frage jedenfalls, die nachdenklich stimmt …
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Weihnachtseinkäufe. Mit dem Herannahen des Weihnachtsfestes wird für einen jeden wieder die Frage brennend: „Womit willst du deinen Lieben eine Freude bereiten?“ Diese Frage ist durchaus nicht leicht zu beantworten, wie dies auf den ersten Blick scheinen mag, und mit Recht spricht man daher von einer „Kunst des Schenkens“. Wem diese Zeilen beim Lesen gerade bekannt vorkommen, der hat ebenso wie wir vielleicht gestaunt, als er am Donnerstag die beliebte „Beobachter“-Rubrik „Fundsachen aus dem Beobachter vor 100 Jahren“ gelesen hat. Da heißt es immer „Das waren noch Zeiten“ oder „Das kann man mit früher nicht vergleichen!“ Wirklich nicht? Lesen Sie mal weiter: Kenntnis der Bedürfnisse und Neigungen, sowie der Geschmacksrichtung des zu Beschenkenden, das Verhältnis des Gebers zum Empfänger, schließlich auch der Geschmack und – last not least – der Geldbeutel des Gebers selbst; alle diese Momente wollen bei der Auswahl eines guten und geeigneten Geschenkes berücksichtigt sein, soll es seinen wahren Zweck, die Freude am Geben und Nehmen, erfüllen. Schon diese Erwägungen sollten für einen jeden Käufer Veranlassung genug sein, seine Einkäufe nicht bis zum allerletzten Augenblick zu verschieben. Gar oft wird es dann nicht mehr möglich sein, das Richtige zu finden und in Ruhe auch bei genügender Auswahl seine Einkäufe zu bewirken. Aber nicht nur dies, sondern auch die Rücksicht auf die Ladeninhaber und das Geschäftspersonal sollte jedem die rechtzeitige Vornahme seiner Einkäufe nahelegen.“ Fazit: Irgendwie hat sich doch rein gar nichts verändert.
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Seit gut fünf Jahren kämpft Jörg Kappei bei der sogeannten Toughest Firefighter Alive (TFA). Auf vielen Wettkämpfen in der Welt, ob in England, Österreich, Tschechien, Polen oder den USA, hat er es schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass er zur viel zitieren Elite gehört. Im letzten Jahr bei den Weltmeisterschaften hat er es geschafft, die härtesten zwei Minuten der Welt zu unterbieten. Mit einer „1:58“ hat Jörg Kappei seinen Traum verwirklicht und ist jetzt in den Club „Lion’s Den“ aufgenommen worden. Nun gehört er zu den Trägern der „Lion’s Den Jacke“ und des „Golden Coin“. Das Kunststück, den Wettbewerb in unter zwei Minuten zu bewältigen, gelang in diesemJahr nun auch Magnus Hirschfeld aus Rhüden. Seine Auszeichnung folgt 2012. Keine Seltenheit? Doch! Um den Wert der Auszeichnung einzuschätzen zu können, muss man wissen, dass es in den letzten 20 Jahren erst fünf Feuerwehrmänner aus Europa geschafft haben, diese Leistung zu erbringen. Jörg Kappei wurde übrigens ein zweites Mal geehrt. Beim TFA traf er auf seinen US-amerirkanischen Mitstreiter Ross Mo­sher, der bereits 100 Wettkämpfe bestritten hatte, wegen einer schweren Verletzung aber lange Zeit außer Gefecht gesetzt war. Kappei und Mo­­s­her hielten in dieser Zeit über soziale Netzwerke Kontakt, und der Mann aus Deutschland sprach seinem Mitsreiter aus den USA immer wieder Mut zu. Aus Dankbarkeit schenkte Ross seinem Kollegem Kappei nun einen handbemalten Feuerwehrhelm. Über welche der beiden Auszeichnungen sich Kappei mehr gefreut hat, bleibt offen...