Die Buschtrommel: Polit-Profile

Von Maximilian Strache

Irgendwie kommt man sich bei den neuesten Prognosen der Klimaforscher schon ein bisschen veräppelt vor. Da behaupten die doch ernsthaft, dass es in unserem Land immer wärmer wird. Von wegen. Beim Blick aus dem Fenster bekommen wir einen ganz anderen Eindruck. Statt Abends im Garten am Grill zu sitzen, Steaks, sommerliche Salate und süffige Kaltgetränke zu verzehren, liegen wir in eine Decke gewickelt auf dem Sofa, trinken Fenchel-Kümmel-Anis Tee und lassen uns vom Fernsehprogramm der Sommerpause berieseln.
Doch die Klimaforscher haben recht. Selbst der teilweise extrem nasse Juli konnte das Regendefizit der ersten sechs Monate nicht ausgleichen. Das geht zumindest aus den Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor. Doch uns bringt diese Erkenntnis, zumindest aktuell, gar nichts. Wir wollen Sommer, so wie er früher einmal war. Die Klimaforscher machen uns aber wenig, bis gar keine Hoffnungen auf stabilere Wetterverhältnisse. Vielmehr sagen sie, dass in der Mitte dieses Jahrhunderts die Wetterextreme eher zunehmen werden. Das heißt: mehr Starkregen, intensivere Stürme, nasse Winter, trockene Sommer und höhere Temperaturen. Na toll. Doch ein gutes hat der nasse Sommer dann doch. Die Hartgesottenen unter uns Jammerlappen haben das Freibad ganz für sich allein.

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Inzwischen hängen wieder an fast jeder Laterne der Region die Wahlkampfplakate der politischen Parteien, die vor dem Urnengang am 11. September nochmal mächtig auf sich aufmerksam machen wollen.
Die Partei „Die Linke“ stellt die „soziale Frage“ auch auf kommunaler Ebene. Die CDU ist eben „typisch CDU“ und wirbt auf ihrem Plakat mit unserem Landesvater der inmitten eines plakativen Querschnitts der Gesellschaft stehend, wie ein Honigkuchenpferd grinst. Die Sozialdemokratin Hanna Kopischke will mit einnehmenden Lächeln „die Menschen gewinnen“ und die Liberalen? Ja, von den habe ich noch kein Plakat gesehen. Kommt aber bestimmt bald.
Und dann wären da ja noch die Kandidaten für die Orts- und Stadträte, die uns jetzt fast jeden Morgen zum Frühstück in der Zeitung begrüßen. Da stehen sie dann auf den Fotos, egal ob SPD, CDU, Grüne oder FDP, in überzeugter Eintracht vor einem satten Grün in der Natur oder irgendeiner Hinterzimmerwand und wollen uns versichern, dass sie die nächste Kompetenz im Orts- oder Stadtrat sein müssten. Kompetenz will ich ja nicht abstreiten, aber an klaren Absichten und Profil mangelt es bisher bei fast allen Parteien. Gut. Alle wollen die Region stärken, Arbeitsplätze schaffen und dafür sorgen, dass alles schön und gemütlich ist. Doch, wie das passieren soll, wissen unsere Politiker dann doch irgendwie auch nicht. Dass sich eine der Parteien klar in ihren Forderungen von den anderen absetzt ist bisher zumindest nicht zu erkennen.