Die Buschtrommel: Schnelles Internet

Sind Ernie und Bert wirklich so harmlos, wie es der NDR und die Macher der Sesamstraße behaupten? Oder läuft da doch mehr im Schlafzimmer der beiden, wenn die Kameras aus sind? (Foto: bo)
Von Maximilian Strache

Schnelles Internet für alle. Von wegen. In Seesen tuckern die Internetnutzer noch wie zu den Zeiten der guten alten Modems durchs World Wide Web. Die Ladezeiten von Seiten mit aufwendigen Grafiken und Bildern erlauben es sogar, noch ein Stück Kuchen beim Bäcker zu holen. Die Bevölkerung findet das natürlich doof. Das wissen auch die Politiker im Rathaus. Deshalb haben sich unsere Bürgermeisterkandidaten auch das „schnelle Internet“ auf die Wahlkampf-Fahnen geschrieben und versprechen, dass das digitale Zeitalter auch bald in Seesen mit voller Geschwindigkeit in die Wohnzimmer rauscht. Doch wie groß ist der Handlungsspielraum der kommunalen Politgrößen in Bezug auf den Ausbau des Breitbandnetzes wirklich? Ich behaupte, der ist super gering; beziehungsweise eigentlich gar nicht vorhanden. Denn die großen Unternehmen in der Vorharzstadt haben eine Standleitung, also schnelles Internet. Diese Standleitung lässt sich die Telekom natürlich fürstlich bezahlen. Mehrere tausend Euro werden im Monat für eine solche Leitung fällig. Eine lukrative Sache für die Telekom also. Deshalb, und das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, kann die Telekom überhaupt kein Interesse daran haben, hier Löcher zu buddeln, um die ersehnten schnellen Leitungen zu legen. Denn sobald die Kabel in der Erde liegen, kriechen die Konkurrenten der Telekom hervor und bieten uns den schnellen Anschluss zu einem super günsitgen Tarif an. Und in jedem Fall günstiger als die Telekom. Die haben dann aber säckeweise Geld für den Ausbau hingeblättert und verlieren ihre Kunden. Auch die Standleitungsnutzer wollen dann natürlich nur noch 19,90 Euro im Monat ausgeben und kündigen die für die Telekom so einträglichen Verträge. Das Ganze ist also eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung, die für die Telekom keinen Sinn ergibt. Da kann auch kein Politiker eine andere Rechnung aufmachen. Und deshalb werden die von der Telekom auch nicht mit den Kabeln anrücken. Logisch, oder?

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Früher war ich ein großer Fan der Sesamstraße. Vor allem Ernie und Bert konnten sich meiner Bewunderung sicher sein. Vor einigen Jahren, da habe ich die Sesamstraße, schon nicht mehr geguckt, kam die Frage auf, ob Ernie und Bert eventuell homosexuell seien. Die Macher der Sesamstraße dementierten diese Gerüchte natürlich sofort mit Nachdruck. So richtig Ruhe wollte aber nicht einkehren. Nun erfährt die Debatte um die Homosexualität der beiden Bettgenossen neuen Schwung. Mit der Ende Juli erfolgten Legalisierung homosexueller Ehen im US-Bundesstaat New York wird auf der Internetseite change.org die Forderung laut, dass Ernie und Bert dem wilden Eheleben ein Ende machen und vor den Altar treten sollen. Eine entsprechende Online-Petition hat schon 5.500 Befürworter. In einer Mitteilung macht der Norddeutsche Rundfunk (NDR) nun deutlich, dass er nichts von den Hochzeitsplänen hält. Der NDR will, dass Ernie und Bert nur „gute Freunde“ bleiben. Auch die Sesamstraßen-Macher bekräftigen ihre vor Jahren getroffenen Aussagen erneut. Der Präsident der Sesamstraße, Gary Knell, sagt: „Sie sind nicht homosexuell, sie sind nicht heterosexuell, sie sind Puppen. Sie existieren unterhalb der Taille nicht.“ Weiter wird aus einer Mitteilung vom vergangenen Donnerstag deutlich, dass Ernie und Bert zwar als männlich gekennzeichnet sind und menschliche Eigenschaften und Verhaltensregeln aufweisen, aber dennoch Puppen ohne sexuelle Orientierung bleiben. Also doch keine Hochzeit!