Die Geschichte des Rittergutes Kirchberg

Ein Merianstich von Kirchberg. bo

Erster Vortrag beim Harzklubg-Zweigverein am 25. September im Bürgerhaus

Obgleich der Winter noch ein Stück entfernt ist und die Wanderschuhe noch geschnürt sind, startet der Harzklub-Zweigverein Seesen jetzt wieder seine Vortragsserie über Themen aus nah und fern.

Der Seesener Zweigverein ist stolz darauf, dass es ihm gelungen ist, mit Georg von Petersdorff-Campen für den ersten Vortrag einen Referenten gewonnen zu haben, der es trefflich versteht, einen Teil der Seesener Geschichte – die der Ortsteile gehört gleichfalls wie die der Kernstadt dazu – anschaulich und interessant darstellen zu können.
Der schlichte Titel „Die Geschichte des Rittergutes Kirchberg“ lässt kaum erahnen, welche Detailkenntnisse Georg von Petersdorff-Campen bei seinem Vortrag offenbaren wird. Er beginnt nach den germanischen Siedlungsformen mit der Zeit der fränkischen Landnahmen aus der Zeit von Karl dem Großen und endet im späten Mittelalter etwa um 1600. Die Fortsetzung erzählt der im Ruhestand lebende Rittergutbesitzer dann mit einem zweiten Vortrag im Herbst 2015. In dem jetzt bevorstehendem Vortrag erinnert er daran, dass schon in der Zeit der Kämpfe zwischen Karl dem Großen und den Sachsen, also vor 800 die Franken Fluchtburgen und Kirchen bauten. Kirchberg war vermutlich eine solche Burg. Später wurde Kirchberg, vor allen von den Ottonen, mit hoher Wahrscheinlichkeit als Rastplatz auf ihren Wegen zu ihren Pfalzen genutzt.
Georg von Petersdorff-Campen erzählt natürlich ziemlich zum Ende seines Vortrages auch von dem hessischen Edelfräulein Eva von Trott, die als Hofdame der Herzogin Marie am Hofe des braunschweigischen Herzogs Heinrich in Wolfenbüttel lebte. Nachdem sie auf der zwischen Münchehof und Gittelde gelegenen Staufenburg heimlich drei Kinder aus dem Liebesverhältnis zwischen ihr und dem Herzog zur Welt gebracht hatte, musste sie den Hof in Wolfenbüttel verlassen.
Was dann folgte, war einer der größten Possen in der deutschen, wenn nicht sogar in der Weltgeschichte. Angeblich erkrankte sie bei der Heimreise an der Pest und verstarb kurzfristig. Der Herzog arrangierte für sie vor den Augen des Hochadels eine scheinbare Bestattung im Gandersheimer Dom. Aber die Geschichte der Eva von Trott endete noch nicht. Sie entkam unerkannt zur Staufenburg, wo sie dem Herzog noch weitere sieben Kinder schenkte.
Überlebende Kinder erhielten den Kirchberger Grundbesitz und den Namen „von Kirchberg“. Der Harzklub-Zweigverein lädt zu diesem interessanten Vortrag am Donnerstag, 25. September, um 19 Uhr ein. Georg von Petersdorff-Campen hält ihn in den Räumen vom Harzklub im 2. Obergeschoss vom Bürgerhaus. Der Unkostenbeitrag für Erwachsene beträgt zwei Euro.