Die Geschichte Steinways abschreiten

Die geplante Streckenführung des Steinway-Trails. Es gilt aber noch einige Knackepunkte aus dem Weg zu räumen. (Foto: Grafik: Stadtmarketing Seesen)

Planungen für Steinway-Trail zwischen Wolfshagen und Seesen nehmen Gestalt an / Finanzierung steht noch aus

Wie schnell sich eine Idee zu einem konkreten Projekt entwickeln kann, zeigt aktuell eine Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) zwischen den Städten Seesen und Langelsheim. Diese sieht vor, zwischen Wolfshagen und Seesen einen neuen Wanderweg zu errichten, der den Namen „Steinway-Trail“ tragen soll und auf den Spuren der berühmten Klavierbauer-Familie wandelt.
Die Idee zu diesem Projekt hatte Jochen Bremer, 1. Vorsitzender des Wolfshäger Steinway-Vereins, der mit seinen Überlegungen an das Seesener Stadtmarketing herantrat. Im Büro des Stadtmarketings im Bürgerhaus war man von der Idee sofort begeistert, und übernahm federführend die Konzeption und Planung des Vorhabens, was sich schnell als äußerst komplexe Aufgabe herausstellen sollte.
Es gilt nämlich nicht nur eine geeignete Streckenführung zu erarbeiten, Genehmigungen einzuholen und die Finanzierung zu sichern, sondern auch verschiedene Partner für das Projekt zu gewinnen, um den „Steinway-Trail“ letztlich realisieren zu können.
Das grundlegende Konzept nebst Streckenführung steht bereits. Und auch Teile der Finanzierung sind schon in trockenen Tüchern. So hat die Stadt Seesen 10.000 Euro bereitgestellt. Langelsheim beteiligt sich ebenfalls mit der gleichen Summe, bringt aber die Hälfte davon auf, indem Mitarbeiter des Bauhofes für die Errichtung von Infotafeln, den geplanten „Klangplätzen“ und der Aufstellung von Bänken abgestellt werden. Im Bürgerhaus hofft man den neuen Wanderweg pünktlich zum Deutschen Wandertag vom 13. bis 18. August 2014 in Bad Harzburg fertigzustellen. Mandy Graul, zuständig für die Tourismusprojekte beim Stadtmarketing: „Wir sind die geplante Routenführung bereits mit Vertretern der Harzklub-Zweigvereine aus Wolfshagen, Lautenthal und Seesen sowie Mitarbeitern der Landesforsten abgegangen. Grundsätzlich steht die Wegführung, es gilt aber noch einige Knackepunkte zu besprechen.“
Die angesprochenen Harzklub-Zweigvereine werden beim Betrieb des Weges eine wichtige Rolle spielen, sollen sich doch die Wegewarte der Vereine um die Instandhaltung kümmern. Eine zentrale Aufgabe, die ohne ehrenamtliches Engagement kaum zu stemmen wäre.
Die Route soll an der Festhalle in Wolfshagen starten und entlang der Innerstetalsperre über den Wald durchs Tränkebachtal nach Seesen in den Steinway-Park führen. Unterwegs werden verschiedene Infotafeln errichtet, die anhand eines Zeitstrahls die Geschichte von Heinrich E. Steinweg und seinem Klavierbau-Imperium erzählen. Dabei sollen die Wanderer aber nicht nur mit reinen Textinformationen versorgt werden, sondern auch hören und fühlen. Dies soll an den geplanten „Klangplätzen“ möglich sein. Die Länge des Weges beträgt rund 14 Kilometer. Die Tour ist durchaus als anspruchsvoll zu bewerten.
Die größte Herausforderung, und dies wurde bereits angesprochen, ist aber weiterhin die Finanzierung. Bei der Stiftung der Volksbanken (VR-Stiftung) wurde vom Stadtmarketing bereits ein entsprechender Antrag auf Förderung gestellt. Anträge bei der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz sowie über die ZILE-Richtlinie sollen noch in diesem Jahr folgen.
Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich laut Graul auf rund 50.000 Euro. Das notwendige „Eigenkapital“, um überhaupt Aussicht auf Förderung zu haben, steht mit den Finanzierungszusagen der Städte Langelsheim und Seesen bereits zur Verfügung.
Sollte in den kommenden Monaten bei der Planung alles glatt gehen, sollen die Arbeiten zur Errichtung des Weges im Frühjahr 2014 starten. Mandy Graul ist zuversichtlich: „Unser Zeitplan ist zwar ambitioniert, ich denke aber, dass wir es schaffen können.“