Die letzte Lebensphase würdig gestalten

Die Zehntklässler aus den Religionskursen des Jacobson-Gymnasiums besuchten das Hospizhaus Salzgitter-Bad.

Zehntklässler des Jacobson-Gymnasiums blicken hinter die Kulissen eines Hospizhauses / Spende überreicht

Das Hospizhaus Salzgitter-Bad hat den Schülerinnen und Schülern der Religionskurse der 10. Klassen des Jacobson-Gymnasiums unter Begleitung ihrer Lehrkräfte Julia Binder und Dietmar Schwieger einen besonderen Einblick ermöglicht.

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Sterben, Tod und Auferstehung“ konnten die Schüler an diesem außerschulischen Lernort mehr über das Ziel der Hospizidee erfahren und ihre Einstellung zu Sterben, Tod und Trauer in unserer Gesellschaft reflektieren.
Seit Januar 2005 bietet das Haus in den Räumen des ehemaligen Rhön Klinikums Platz zur Betreuung von acht Gästen, die hier – unabhängig von Geschlecht, Glauben, ethischer Zugehörigkeit und Anschauungen – ein Zuhause finden, um die letzte Phase ihres Lebens würdig und selbstbestimmt gestalten zu können. Zugleich werden sie von den zum Teil ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ihren Ängsten, Fragen und Wünschen begleitet und unterstützt.
Im Trauercafé, das regelmäßig Raum für Trauerbegleitung bietet, hat die Pflegedienstleiterin Heike van Prooye von ihrem Engagement für die Gäste des Hauses erzählt. Sämtliche Helfer sind in „Sterbebegleitung“ ausgebildet, so bemühen sie sich, ihren Gästen die Angst vor dem Sterben zu nehmen und ihre Schmerzen zu behandeln. Besonders beeindruckt zeigten sich die Schüler von dem Bemühen, den Sterbenden ihre letzten Wünsche zu erfüllen. Diese seien aber gar nicht so ausgefallen, berichtete Heike van Prooye: „Viele wünschen sich, noch einmal nach Hause zu dürfen, oder sie möchten ein besonderes Essen. Auch wenn es mal ein bestimmter Kuchen sein soll, müssen sie natürlich nicht bis zum nächsten Tag warten.“ Das Leben im Hospiz ist nicht an einen strikten Tagesablauf gebunden, auch Angehörige sind jederzeit willkommen und neben der individuell abgestimmten Pflege in Zusammenarbeit mit den Hausärzten erfährt auch jeder Gast sowie seine Angehörigen individuelle Seelsorge durch die Sozialdienstmitarbeiterin Jannete Lange.
Der Aufenthalt ist für die Schwerstkranken und ihre Angehörigen vollkommen kostenfrei. Zudem ist der Bezug eines Neubaus im Sommer 2014 geplant, wodurch bessere Möglichkeiten bestehen, die Lebensqualität der Gäste aufrecht zu erhalten und zu verbessern. Bewegt und tief beeindruckt von der bedeutungsvollen Arbeit, die im Hospiz geleistet wird, haben die Schüler mit besonderer Freude den Betrag von knapp über 200 Euro gespendet, den sie durch eine Kuchenback-Aktion in der Schule gesammelt hatten.