Die Lust am Wandern ist weiterhin ungebrochen

Der wiedergewählte Vorstand des HZVMechtshausen-Rhüden mit seinem Vorsitzendem Rolf Breyther (3. von rechts). (Foto: Koch)

Harzklub-Zweigverein Mechtshausen-Rhüden: Interessante Angebote in der zweiten Jahreshälfte

Von Johannes Koch, Rhüden

Am vergangenen Freitag hatte der Vorstand des Harzklub-Zweigvereins Mechtshausen-Rhüden zur Jahreshauptversammlung im Rhüdener Traditionshaus „Alter Kammerkrug“ eingeladen. Rund 60 Mitglieder und Freunde des Vereins nahmen die Einladung dankend und mit großem Interesse an. Die Vorstandswahlen brachten folgendes Ergebnis: Erster Vorsitzender bleibt Rolf Breyther, ihm steht als zweiter Vorsitzender Manfred Gomolak treu zur Seite. Jeder Verein kommt um eine klare Verwaltung der Finanzen nicht herum. Daher fiel die Wahl des ersten Schatzmeisters erneut auf Heinz-Otto Dickhuth, der übrigens schon zu Zeiten, als das Wort „Internet“ unbekannt war, sich professionell mit der Erfassung und Verwaltung von Daten erfolgreich beschäftigt hatte. Aber auch der zweite Schatzmeister Wolfram Sabow kennt sich mit Finanzen bestens aus, hat er sich doch in Unterpanshausen auf nicht immer einfachem Terrain über viele Jahre bestens etabliert.
Geld arbeitet zwar von selbst, aber davon ist die anfallende Arbeit leider noch nicht erledigt. Hüttenwart und Arbeitswart Walter Mies weiß davon ein langes Lied zu singen. Daher wurde auch er mit reichlich Beifall bestätigt. Naturschutzwart Marco Lilge, der in Rhüden nicht zuletzt durch sein ehrgeiziges Eulen-Projekt in Erscheinung getreten ist, wurde ebenso klar bestätigt wie Kulturwart Gerd Kunert aus dem benachbarten Bornum. Zwar ist die Arbeit eines Vereins sicherlich selbst schon als Kultur im Ort zu würdigen und einzustufen, aber dieser generelle Auftritt allein garantiert noch keine Fortschreibung kultureller Inhalte. Daher wurden auch seine wegweisenden Kulturprogramme und Lichtbildvorträge durch ein entsprechendes Votum gewürdigt.
Ein leidiges Thema aller Vereine ist bekanntlich die Jugendarbeit. Jeder weiß, dass sie die allererste Priorität genießt, doch keiner möchte sie machen. Die Gründe hierfür sind sehr komplex. Jugend- und Arbeitswart Jürgen Reinecke hat durch seine Art den Vorstand und die Versammlung nachhaltig beeindrucken können. Daher konnte man sich schon vorher denken, dass das Votum zur Fortsetzung seiner Arbeit einstimmig ausfallen würde.
Nun gibt es in den Vereinen Posten, die nicht immer turnusmäßig zur Diskussion stehen und damit auch selbstverständlich fortgeschrieben werden. Im Falle des Harzklubs ist dies zunächst die Frage, wer auf Papier bringt, was andere denken und entscheiden. Schriftführerin Inge Gomolak eilt seit vielen Jahren mit großem Erfolg gerade solchen Worten nach. Daher war von vorneherein klar: Sie bleibt auch künftig, was sie schon lange ist: ein akribisch tätiges Mitglied im Vorstand, auf das weder der Verein noch der Vorstand selbst verzichten möchte.
Das Wandern ist des Müllers Lust: eine Binsenweisheit im geeinten Vereinsdeutschland. Der erste Wanderwart Dieter Kostinec – und der mit ihm in engster Verbindung stehende zweite Wanderwart – Gerd Südekum – sorgten in der Vergangenheit erfolgreich dafür, dass diese Binsenweisheit nicht in die Binsen, sondern geradewegs an die schönsten Zielorte im gesamten Harz und auch im weiteren Umland führten. Selbstverständlich sprach die Versammlung auch diesen beiden Natur-Burschen ihr vollstes Vertrauen aus, obwohl eine Wahl heuer nicht zur Wahl stand.
Nach so viel wichtiger und dennoch leicht zu erledigenden Pflichtaufgaben, kam erst mal die Kür zum Zuge: Rolf Breyther eröffnete die „Schlacht am warmen Buffet“, das aus leckerer Schmorwurst und auf den Punkt angerichtetem Kartoffelsalat bestand. Die Crew um Werner Matthias sorgte oben im Saal für den reibungslosen, leckeren Speisegang.
Danach ging es sachlich schnell, dem Ablauf nach aber ein bisschen langsamer zur Sache. Aber das liegt in der Natur gesättigter Zeitgenossen - einem uralten Prinzip geschuldet: Ein voller Bauch studiert nicht gern, obwohl er natürlich neugierig bleibt. Die runden 50 % der erschienenen Mitglieder verfolgten die Ausführungen des Vorsitzenden des Hauptvereins – Dr. Ermlich – mit angemessenem Interesse, der die Unverzichtbarkeit der Existenz des örtlichen Harzklubs eindrucksvoll herausstellte.
Zwar gab es auch Trauriges zu berichten. Immerhin sind im vergangenen Berichtszeitraum sieben treue Freunde verstorben. Rolf Breyther bat um ein stilles Gedenken, bei dem sich sicherlich jeder sein eigenes Bild vom Sinn des Lebens und Sterbens gemacht haben dürfte.
Die weiteren Punkte sind ein freundliches Pflichtprogramm, das hier nur kurz angerissen zu werden braucht: Berichte aus den einzelnen Sparten, Kasse und Vereinsaktivitäten. Dass der Verein trotz der beklagenswerten Todesfälle noch zahlengleich in die nächste Saison starten darf, war für Rolf Breyther eine besonders erfreuliche Zukunftsbilanz. Über hundert Menschen mit grünem Herzen und pünktlich entrichteten Jahresbeiträgen werden wiederum für eine erfolgreiche Bilanz auch im kommenden Vereinsjahr sorgen. Trotz leicht verringerter Hüttentage hat der Besuch auf dem Wohlenstein nicht nachgelassen. „Wir haben rund 800 Besucher gezählt“, so der alte und neue Vorsitzende. Und weiter: „Die gute Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Rhüden trägt inzwischen nachhaltige Früchte.“ Auch die jahrelang erprobte Kooperation mit der Kirchengemeinde Mechtshausen-Bilderlahe blieb natürlich nicht unerwähnt.
Jagdpächter Gerhard Glatz, der übrigens vor einiger Zeit mit einem absolut professionellen Dia-Vortrag im Rhüdener Martin-Luther-Haus für nachhaltige Begeisterung gesorgt hatte, hält auch weiterhin sein wachsames Auge auf das Hüttengelände im Schatten der Burgruine.
Wie weit ist es von Mechtshausen nach Dänemark? Genau 406 Kilometer. Und genauso lang ist auch die Strecke, die im zurückliegenden Berichtszeitraum bei den 43 Wanderungen über Stock und Stein erfüßelt wurden. Aber was nützt alles Wandern und Waldboden-Surfen, wenn nicht auch die Vernunft naturerhaltender Treue hinzukommt. Daher lenkte Rolf Breyther die Aufmerksamkeit noch auf die 320 Nistkästen, die zu 96 % bebrütet worden sind, davon 43 % sogar doppelt. Für diesen Erfolg zeichnen übrigens auch Freunde aus Gremsheim mit verantwortlich. „Im Jahr 2011 wurde uns wiederum der Naturschutzförderpreis verliehen. Darauf können wir sehr, sehr stolz sein!“ Mit diesem brustbreiten Ergebnis, gekoppelt mit Erfolgsmeldungen vom Amphibien-Biotop in Unterpanshausen, übergab Rolf Breyther bei aufgeräumter Stimmung das Wort an Gerd Kunert, der zu zwei attraktiven Vereinsfahrten nach Wernigerode und Bremerhaven einlud.
Schlussendlich noch ein feines Detail: Nach ununterbrochener 32-jähriger Vereinsführung möchte Rolf Breyther in absehbarer Zeit seinen Posten in andere Hände legen. Manfred Gomolak ist bereit, in diese Bresche zu springen. Aber das gleiche Lied kennen die Rhüdener doch bereits mit Blick auf den Männergesangverein: Ein erster Vorsitzender möchte gehen, bleibt aber als zweiter Vorsitzender dem Vorstand erhalten. Und so kommt es auch beim HZV. Wetten, dass?!