Die lustige Zeit des Kegelns ist nun Geschichte

Seesener Kegelverein „Die Sonntagskegler“ lösen sich nach fast 37 Jahren auf

Seesen (ner). Mitte September des letzten Jahres, genauergesagt am Sonntag, 18. September, trafen sich noch einmal neun Mitglieder des Seesener Kegelvereins „Die Sonntagskegler“, um auf der Bundeskegelbahn in Münchehof in der Gaststätte „Zur Post“ (heute Pizza-Restorante „La Vecchia Villa“) die „letzte Kugel“ zu schieben und die vierzehntäglichen Kegelabende endgültig einzustellen. Hier kam man dann aber überein, dass die letzte Jahreshauptversammlung beziehungsweise Abschlussfeier mit einem gemeinsamen Essen am 3. Dezember, im Hotel „Wilhelmsbad“ in Seesen abgehalten wird. In seinem Jahresbericht beziehungsweise Rückblick (alle 13 Mitglieder waren anwesend) auf die fast verflossenen 37 Jahre erinnerte der langjährige Präsident Wilfried Wipperfürth an diesem Abend nochmals an die vielen schönen gemeinsamen Stunden. Am 6. November 1974 beschlossen seinerzeit fünf Ehepaare, ausschließlich Mitarbeiter der ehemaligen Firma Züchner, dass in der damaligen Gaststätte Marquardt in Bornhausen in Zukunft alle 14 Tage gekegelt wird. Dieser Rhythmus wurde auch bis zum Schluss beibehalten. Zunächst wurde in den ersten beiden Monaten immer mittwochs die Kugel geschoben; dann, ab Anfang 1975, als dreistündiger Kegelabend der Sonntag auserkoren.
Ab hier kam man dann auch auf die Idee, dem Club die Bezeichnung „Die Sonntagskegler“ zu geben. In Bornhausen wurde bis zum 13. Juli 1975 gekegelt. Ab Sonntag, 3. August, des gleichen Jahres wurde das Domizil auf die Kegelbahn des Landgasthauses Oppermann nach Neuekrug-Hahausen verlegt.
Fast zwei Jahre wurde dann hier die 14-tägigen Kegelabende durchgeführt. Am 10. Juli 1977 wurde dann letztmalig die Bahn gewechselt. Das neue „Quartier“ war seit dieser Zeit bis zur Auflösung das Restaurant „Zur Post“ in Münchehof. Seit dem 23. September 1984 bestand der Club aus sieben Ehepaaren. Am 15. Juli 07 trat noch ein weiteres Ehepaar bei.
Der letzte Tagesordnungspunkt löste dann Wehmut bei einigen Mitgliedern aus. Es wurde endgültig die Auflösung des Vereins behandelt. In den letzten Jahren haben einige Vereinsmitglieder stets versucht neue Mitglieder für das Kegeln zu begeistern; leider aber ohne Erfolg. Deshalb musste letztendlich der Entschluss gefasst werden, den Tatsachen ins Auge zu blicken und die Auflösung des Vereins zu beschließen.
In der langen Vereinsgeschichte, so Schriftführer Claus Werner bei einer kleinen Vereins-Chronik, durchliefen insgesamt 24 Personen den Verein. Zu den Gründern gehörten die Ehepaare Wilfried und Ursula Wipperfürth sowie Claus und Gudrun Werner. Zum ersten Vorsitzenden wurde 1974 Wilfried Wipperfürth gewählt. Insgesamt wurden 28 mehrtägige Kegelausflüge durchgeführt. Ein „Highlight“ war sicherlich die fünftägige Reise im Juni 2004 in die Schweiz mit dem Glacier- sowie Bernina-Express. Neben diesen Fahrten kam selbstverständlich der gesellschaftliche Teil (Gartenfeste, Weihnachtsfeiern usw.) auch nicht zu kurz.
Auch die sportlichen Erfolge können sich durchaus sehen lassen. In den Jahren 1978 bis 1982 wurden regelmäßig zweimal pro Jahr Wettkämpfe gegen den befreundeten Kegelclub „Stumpfe Eiche“ aus Göttingen-Weende durchgeführt. Die Sehusastädter gingen dabei immer als Sieger von den Bahnen. Ein besonderer Tag in der langjährigen Geschichte des Klubs war zunächst der 17. Dezember 1995. Hier warf der Hobbykegler Alfred Broszeit auf der Bundeskegelbahn in Münchehof den sogenannten und recht seltenen Königswurf eine „Acht ums Vordereck“. Am 1. Februar 2004 erreichte Claus Werner seine 1000. Neun. Das gleiche schafften auch noch Ursula Wipperfürth (19. Oktober 2008) sowie Wilfried Wipperfürth (1. November 2009) und Wolfgang Meißner, Alfred Broszeit (gemeinsam am 29. November 2009). Ferner wurde seit dem Jahre 1996 ein Wanderpokal für beide Geschlechter ausgekegelt.
Um jedoch auch weiterhin den Kontakt zu pflegen und sich nicht ganz und gar aus den Augen zu verlieren, kam man bei dieser Abschlussveranstaltung überein, dass man sich in lockerer Runde in Zukunft alle zwei Monate in rollierender Form in einer Seesener Gaststätte zu einem kleinen Umtrunk trifft.