Die Motorradsaison 2016 beginnt

Auch Autofahrer müssen sich wieder daran gewöhnen, dass es Verkehrsteilnehmer gibt, die schlechter zu sehen sind und sehr schnell sein können.

Frank Limberg vom TÜV Seesen sagt: „Biker müssen ihre Fähigkeiten realistisch bewerten“

Derzeit beginnen in Deutschland für rund 1,3 Millionen Motorräder mit Saisonkennzeichen die ersten Ausfahrten 2016. Und auch die Zweiräder mit Ganzjahreskennzeichen werden mit den steigenden Temperaturen wieder stärker am Straßenverkehr teilnehmen.

Für alle Verkehrsteilnehmer bedeutet das, in den kommenden Wochen besonders aufmerksam zu sein. „Alle müssen sich erst mal wieder daran gewöhnen: Die Motorradfahrer müssen den Winterrost loswerden, sich wieder auf das Fahrverhalten ihres Zweirads einstellen und ihre Fähigkeiten realistisch bewerten“, erklärt Frank Limberg, Leiter der TÜV-Station Seesen.
Auf der anderen Seite müssen sich auch Autofahrer wieder daran gewöhnen, dass es Verkehrsteilnehmer gibt, die schlechter zu sehen sind und sehr schnell sein können. „Laut statistischem Bundesamt tragen in rund 70 Prozent aller Unfälle zwischen Pkw und Motorrad die Autofahrer die Hauptschuld“, so Limberg. Da Motorradfahrer keine Knautschzone haben, sind diese bei Unfällen besonders gefährdet. „Ich kann Autofahrer daher nur aufrufen, eine besondere Vorsicht walten zu lassen und die Kurven nicht zu schneiden.“
Doch auch Motorradfahrer können sich auf den ersten Ritt im neuen Jahr gut vorbereiten. TÜV Nord hat eine Checkliste mit den wichtigsten Bereichen zusammengestellt, auf die bei der Maschine jetzt geachtet werden sollte:
Licht (Brems-, Fern- und Abblendlicht), Blinker, Hupe, Killschalter,Leichtgängiges Funktionieren aller Hebel und Schalter, Spannung und Schmierung der Kette, Flüssigkeitsstände, Reifendruck, Beschädigungen und Risse im Gummi, Profiltiefe, Kühlmittel, Schrauben, Zündkerzen, Spiel der Lager und Ladezustand der Batterie.
Nicht nur die Maschine, auch der Fahrer hatte eine längere Pause und muss daher darauf achten, fit zu sein für die neue Saison. „Gehen Sie es ruhig an“, rät der Seesener Stationsleiter. „So bringen Sie Ihre Kondition, Fahrfähigkeiten und Konzentrationskraft Schritt für Schritt wieder auf das notwendige Niveau.“ Um die Risiken insgesamt möglichst gering zu halten, ist die richtige Kleidung wichtig. „Wer bei jeder Fahrt volle Montur anlegt, also Helm, Handschuhe, Motorradhose und -jacke mit Protektoren sowie Stiefel“, erklärt Limberg, „verringert die Verletzungsgefahr bei einem Unfall um 50 Prozent.“