Die Schlachten sind geschlagen

Auf der Ehrentribüne hatte die politische Prominenz Platz genommen.
 
Sigmar Gabriel verfolgte das Geschehen vor dem Rathaus.

Tolles Umzugswetter am Sonntag lockte die Besucher in Scharen an die Straßen

Die Schlachten sind geschlagen und die Stände, Bänke, Zäune sowie Bühnenelemente für das Sehusafest so langsam bereits wieder trocken verstaut. Das als „eines der größten Historienfeste Norddeutschlands“ bezeichnete Sehusafest, feierte am vergangenen Sonnabend seinen Auftakt bereits zum 43. Mal. Nach ersten Schätzungen der Polizei, sind insgesamt und trotz Regen zum Auftakt wieder einmal rund 20.000 Besucher am Wochenende auf das Festareal oder in die Stadt gekommen, um ins Mittelalter einzutauchen. Allein den Festumzug am Sonntagnachmittag verfolgten, mehr als 5.000 Besucher.
Es war in Seesen nicht zu überhören, Musketen- und Kanonendonner, mittelalterliche Klänge, es knallte und rumste – der Dreißigjährige Krieg war in vollen Zügen. Vor dem Jagdschloss verfolgten Tausende Besucher hautnah die spektakulären Belagerungs- und Schlachtszenen auf der großen Wiese. Bereits am Sonnabendmittag startete der historische Markt.
Der Markt im Schloss­park war gespickt mit allerlei Kram. Mehr als 60 verschiedene Handwerkskünste aus früherer Zeit konnten bestaunt und erlebt werden. Quacksalber, Gaukler und Spielleute entführten die Besucher auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Natürlich fehlten die Landsknechtswerber und die schon legendäre Rittertafel nicht.
Bundesaußenminister Sigmar Gabriel gab am Sonntag samt Familie ein Stelldichein und trug sich, vor den Toren des Festes, in das Goldene Buch der Stadt Seesen ein. Gern suchte de ehemalige Landesvater aus Goslar am Rathaus das Gespräch mit den Festbesuchern. Mit seinem Besuch wurde die Reihe hochkarätiger Gäste beim Historienfest auch in diesem Jahr fortgesetzt.
Jedes Fest bietet, insbesondere für die Stammbesucher, neue Highlights. Eine Neuerung war die Verpflichtung der Gruppe „FuchsTeufelsWild” – eine deutsche Folk-Rock-Band aus Regensburg.  
Neu war auch die Präsentation historischer Holzspiele vor dem ehemaligen Ratskeller und erstmals dabei war auch die historische Postkutsche aus Quakenbrück, die am Sonntag den Abschluss des Umzuges bildete. Auch an die „Kleinsten Besucher“ hat der Historienverein gedacht. Neben der Kinderbetreuung und zahlreichen Aktivitäten wie den Geschicklichkeitsparcours, Töpfern, Schmieden und Armbrustschießen konnten die Kleinen beim Puppen- oder Mäusetheater verweilen.
Es fehlte an nichts, Massagen, „Speyß und Trank“ – fast jeder Wunsch zum Wohlfühlen – wurde erfüllt. Am Samstagabend durfte natürlich traditionell die feierliche Eröffnung des Festes, die Aufführung der „Sage vom Silberhohl“, das mystische Feuerspectaculum sowie das Mittelalter-Konzert mit Pestilenzia nicht fehlen – so wie am Sonntag der große Festumzug und der Aufruf von Herzog Otto dem Einäugigen zum Turnier. Mit Einbruch der Dämmerung beendete der Nachtwächter das 43. Sehusafest und im nächsten Jahr beginnen die Schlachten von vorne.
Einen riesigen Dank schickte gestern die Mutter des Sehusafestes, Elisabeth Paetz-Kalich an alle, die am Fest mitgewirkt hatten. Dies waren neben den Mitgliedern des Historienfestvereins auch die Stadt Seesen mit dem Bauhof, die Polizei, das DRK, die vielen Darsteller und Standbetreiber plus Helfern. Sie alle sorgten für ein großartiges Sehusafest 2017.