Die Silberlagerstätte von St. Andreasberg

Wann? 14.09.2017 19:00 Uhr

Wo? Städtisches Museum , Wilhelmsplatz 4, 38723 Seesen DE
Referent Dr. Klaus Stedingk.
Seesen: Städtisches Museum |

Vortrag von Dr. Klaus Stedingk beim Freundeskreis

Dipl. Geologe Dr. Klaus Stedingk wird am Donnerstag, 14. September, 19 Uhr, über das Thema: „Das Mineralienkabinett des Harzes – die Silberlagerstätte von St. Andreasberg“ im Museum sprechen. Bereits im November 2008 hat er einen Vortrag über das Thema: „Mit Goethe über und unter Tage im Harz“ beim Freundeskreis gehalten.
In seinem Vortrag am 14. September wird Dr. Klaus Stedingk über den Harz als eine der montanhistorisch bedeutendsten Regionen Europas referieren. „Auf der Grundlage einer sehr breit gefächerten Palette von Bodenschätzen“, so der Dipl. Geologe, „entwickelte sich hier seit dem Mittelalter ein Schwerpunkt der Montanindustrie. So führte die Entdeckung reicher Silbererzgänge im Mittelharz zur Gründung von St. Andreasberg“.
Weltruhm erlangte die kleine Bergstadt nicht durch die Menge des hier gewonnenen Silbers, als vielmehr durch das konzentrierte Auftreten zum Teil seltener Silberminerale in spektakulären Reicherzfällen. So sind bis heute in diesem Revier mehr als 200 Mineralarten beschrieben worden. Für einige Minerale gilt St. Andreasberg als „Typlokalität“, das heißt, diese wurden hier entdeckt und erstmals wissenschaftlich untersucht und erfasst.
Dr. Klaus Stedingk wird auch über das Lehrbergwerk „Grube Roter Bär“ referieren. Im Jahr 1988 formierte sich in St. Andreasberg eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel, die dort vorhandenen Bergbaurelikte zu erforschen, zu bewahren und zu dokumentieren. Gemeinsam mit dem örtlichen Verein für Geschichte und Altertumskunde konnte eine Idee in die Praxis umgesetzt werden, nämlich „Montanforschung vor Ort“ anzubieten. So entstand das ehrenamtlich betriebene Lehrbergwerk, ein Projekt, mit dem versucht wird, gemäß der Methode „learning by doing“, Geschichtsforschung zu betreiben. Da für viele Harzer der historische Bergbau ein wichtiges Stück regionaler Identität bedeutet, entstanden in den letzten Jahrzehnten im Harz zahlreiche Bergbau – und Hüttenmuseen sowie Besucherbergwerke, die die Bedeutung der heutigen touristischen Folgenutzung alter Industrieanlagen unterstreichen.
Mit Bildern aus den St. Andreasberger Gruben und den noch aktiven Bergleuten im Lehrbergwerk „Grube Roter Bär“, sowie phantastischen Aufnahmen einmaliger Mineralien möchte der Referent die Besucher in ein spannendes Kapitel der Harzer Bergbaugeschichte entführen. Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei, eine Spende jedoch willkommen.