Die Stadtsanierung nimmt konkrete Formen an

Als eine der ersten Maßnahmen im Sanierungsgebiet ist der Umbau und die Verbesserung der Straße „Am Markt“ vorgesehen. Die Planungen hierzu sollen unter Einbeziehung der Anlieger und der Öffentlichkeit im Herbst dieses Jahres beginnen.

Stadtzentrum als Wirtschaft- und Kulturstandort sowie als Ort zum Arbeiten und Leben noch attraktiver gestalten

Seesen (uk). Die Stadt Seesen ist im Juni 2011 mit dem innerstädtischen Sanierungsgebiet „Seesen – Stadtzentrum“ vom Land Niedersachsen in das Städteförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen worden. Entsprechend des dem Land vorliegenden Konzepts zur Sanierung soll in dem begünstigten Gebiet in den kommenden acht bis zehn Jahren vom Bund, vom Land Niedersachsen und der Stadt für öffentliche und private Sanierungsmaßnahmen ein Fördermittelvolumen von insgesamt bis zu rund fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.
Die Sanierungssatzung zur förmlichen Festlegung des Sanierungsgebietes hat der Rat der Stadt Seesen in seiner Sitzung am 22. Juni beschlossen.
In einem Gespräch mit dem Seesener Beobachter machte Bürgermeister Hubert Jahns jetzt noch einmal Hintergründe zur Sanierung deutlich. Mit der Sanierungssatzung wird das Gebiet, in dem unter Einsatz von Fördermitteln öffentliche und private Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden können, verbindlich festgelegt.
Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt für den Landkreis Goslar am 28. Juli ist die Sanierungssatzung rechtsverbindlich geworden und vollumfänglich in Kraft getreten. Die Stadt Seesen ist damit in die Lage versetzt, die vom Bund und Land bereits zur Verfügung gestellten beziehungsweise für die kommenden Jahre avisierten Fördermittel gezielt für städtebauliche Verbesserungen in dem förmlich festgelegten Sanierungsgebiet einsetzen zu können.
HubertJahns: „Die im Rahmen der Städtebauförderung bereitgestellten Fördermittel können vorrangig eingesetzt werden für Investitionen zur Aufwertung von Straßen, Wege, Plätze sowie zur Instandsetzung und Modernisierung von stadtbildprägenden Gebäuden und leer stehenden, fehl- oder mindergenutzten gewerblichen Immobilien.“
Als eine der ersten Maßnahmen im Sanierungsgebiet ist der Umbau und die Verbesserung der Straße „Am Markt“ vorgesehen. Die Planungen hierzu sollen unter Einbeziehung der Anlieger und der Öffentlichkeit im Herbst dieses Jahres beginnen.
Über die Möglichkeit zur Förderung privater Vorhaben, wie beispielsweise der Modernisierung und Instandsetzung von Gebäuden oder einem Rückbau von Gebäuden beziehungsweise Gebäudeteilen so-wie zu den Besonderheiten des im Sanierungsgebiet geltenden Sanierungsrecht (Genehmigungsvorbehalte, Eintragung der Sanierungsvermerke in die Grundbücher etc.) wird die Stadt die Eigentümer der im Sanierungsgebiet gelegenen Grundstücke in den kommenden Wochen und während des gesamten Sanierungsprozesses laufend informieren und beteiligen, teilte Jahns mit. Für das Gelingen der geplanten umfänglichen städtebaulichen Erneuerung des Sanierungsgebiets ist die Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer und Bewohner des Sanierungsgebiets unerlässlich.
Ziel der Sanierungsmaßnahme ist es, das Stadtzentrum von Seesen als Standort für Wirtschaft und Kultur sowie als Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben noch attraktiver zu gestalten und nachhaltig zu stärken.
Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die Durchführung der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme auch zur Stärkung der regionalen Wirtschaft beiträgt. Wie in jüngsten Untersuchungen (veranlasst durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) durch die Universität Wuppertal und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW econ) bestätigt, kann der Einsatz eines Euros Städtebaufördermittel zu einem angestoßenen Investitionsvolumen von etwa sieben bis acht Euro führen.
Dies bedeutet für Seesen und die Region, dass in den kommenden acht bis zehn Jahren ein Investitionsvolumen von 35 bis 40 Millionen Euro ausgelöst werden könnte.