„Die Stimme der Synagoge“

Wann? 21.11.2014 20:00 Uhr

Wo? St.-Andreas-Kirche, Vor der Kirche, 38723 Seesen DE
Prof. Andor Izsák, hier beim Orgelspiel in der Villa Seligmann, Haus für jüdische Musik in Hannover, obliegt die Gesamtleitung. (Foto: Strache)
Seesen: St.-Andreas-Kirche |

Besonderes Konzert mit dem Europäischen Synagogalchor unter Prof. Andor Izsák in St.-Andreas-Kirche

Vor 200 Jahren erklang im Seesener Jacobstempel die erste Synagogenorgel Deutschlands. Damit schlug in der Stadt, die bekanntlich als Wiege des liberalen Judentums gilt, die Geburtsstunde der modernen synagogalen Musik.

Zum einen aus diesem Grund, zum anderen, um gegen zunehmende antisemitische Ressentiments Gesicht zu zeigen, wird es nun ein Konzert der besonderen Art in der Seesener St.-Andreas-Kirche geben. Unter dem Titel „Die Stimme der Synagoge“ gibt sich dort am Freitag, 21. November, um 20 Uhr der Europäische Synagogalchor die Ehre.
Die Leitung hat kein Geringerer als Prof. Andor Izsák, Gründer des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik. Erst kürzlich hatte er im Rahmen einer Pressekonferenz in der Villa Seligmann, Haus für jüdische Musik in Hannover, die Beweggründe für dieses Konzert dargelegt (der „Beo­bachter“ berichtete). Izsák ist in Seesen wahrlich kein Unbekannter mehr. Er weilte hier unter anderem im Rahmen der „Tage der synagogalen Musik“ und wird an diesem Abend auch selbst wieder an der Orgel zu hören sein. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Louis Lewandowski, Salomon Sulzer, Franz Schubert und Alfred Rose. Daneben wird es Wortbeiträge von Seesens Propst Thomas Gleicher, von Bürgermeister Erik Homann sowie dem CDU-Landtagsabgeordneten Rudolf Götz geben.
Der Europäische Synagogalchor wurde anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Synagogenorgel“ ins Leben gerufen. Er besteht aus erfahrenen Sängerinnen und Sängern, die in hoher künstlerischer Qualität die jüdisch-liturgische Musik Europas aus ihrer Blütezeit während des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts präsentieren. Seinen ersten von bereits über 50 öffentlichen Auftritten hatte der Europäische Synagogalchor im Dezember 2009 im Königlichen Konservatorium zu Brüssel. Der Europäische Synagogalchor zeichnet sich durch einen homogenen und atmosphärisch dichten Chorklang aus, der dem sakralen Fundament gerecht wird und dem romantischen Ideal der Synagogenkompositionen entspricht. Mittlerweile hat das Ensemble unter der Gesamtleitung von Prof. Andor Izsák schon mehrere Tonträger eingespielt.
Der Eintritt zu dem Konzert in der St.-Andreas-Kirche ist frei. Die Verantwortlichen hoffen auf eine große Resonanz, „denn wer die synagogale Musik hört und mag, der kann auch kein Antisemit sein“, wie Andor Izsák sagt.