Dr. Uwe Beyerbach: „Hans im Glück, hatte mehr Glück!“

Behutsam untersucht Tierarzt Dr. Uwe Beyerbach den verletzten Greifvogel. Die erste Diagnose ist ernüchternd: beidseitiger Unterschnabelbruch.

Problematische Diagnose bei aufgefundenem Greifvogel aus Astfeld.

Für den Wildvogel-Experten Dr. Uwe Beyerbach aus Seesen ist es eine gute Nachricht, wenn Menschen beim Auffinden verletzter Wildvögel besonnen handeln. Insbesondere bei den aktuellen Außentemperaturen ist schnelles Handeln gefordert. „Wenn wir auf verletzte Wildvögel treffen, sollten wir unbedingt die Polizei anrufen, diese weiß, was als nächstes zu tun ist und der Anruf bei der Polizei kann den Wildvogel retten“, betont der Spezialist.
Der bereits am Montagnachmittag aufgefundene Mäusebussard hatte jedoch nicht so ein Glück, wie der Mäusebussard „Hans im Glück“ der am Kühlergrill eines Lkw im März vergangenen Jahres die Fahrt aus Holland nach Langelsheim überlebte. Im Gegensatz zu „Hans im Glück“, der sich an der Front eines Sattelschleppers, am chromglänzenden Kühlergrill verfangen hatte, hilflos und erschöpft wie durch ein Wunder am Leben blieb, ist die Diagnose diesmal nicht so gut.

„Dem Tier geht es den Umständen entsprechend gut. Es ist auf jeden Fall kein „Hungervogel“, berichtet der Tierarzt. Nach den bisherigen Untersuchungen hat er sich - vermutlich bei einem Autounfall - einen beidseitigen Unterschnabelbruch zugezogen. „Eine problematische Diagnose“, so Beyerbach. Er hat noch nichts gefressen und bei der Kälte friert das Futter draußen schnell ein. Der Schnabel ist für den Greifvogel besonders wichtig, weil er seine Beute mit den Greiffüßen und Hakenschnabel packt und tötet.“ erklärt Dr. Beyerbach. Der Schnabel des Mäusebussards dient als Werkzeug zum Rupfen, Zerren und Zerkleinern der gefangenen Beute. Vertraut man seiner Erfahrung als Tierarzt und Falkner müssen wir nun erstmal abwarten. Eine genaue Untersuchung soll Aufschluss geben, ob das Tier operiert werden kann. Nach den Informationen des Greifvogel-Experten Dr. Uwe Beyerbach, finden die Greifvögel - insbesondere an den Autobahnen und Bundesstraßen - tote Tiere und gelangen so leider zu oft selbst in Gefahr.

Ein besorgter Spaziergänger hatte den geschwächten Greifvogel in der Gemarkung Astfeld gefunden. In einer gemeinsamen Aktion mit Polizeibeamten aus Langelsheim wurde der Vogel mit einer Decke eingefangen. Nach Absprache mit der Polizei wurde das verletzte Tier nach Seesen, in die Obhut des Wildvogel-Experten, verbracht.