Drehen sich bald Windenergieanlagen bei Rhüden?

Ortsrat beschäftigte sich mit der möglichen Ausweisung von Vorrang- und Eignungsgebieten nahe Unterpanshausen

Der Ortsrat inRhüden hat sich während der jüngsten Sitzung mit der Ausweisung von Vorrangs- und Eignungsgebieten für Windenergieanlagen im Gebiet der Stadt Seesen befasst beschäftigt. Andreas Froböse, Abteilungsleiter der Bauverwaltungsabteilung der Stadt Seesen erklärte zunächst, dass Planungsträger für die Ausweisung von Gebieten für Windenergieanlagen nicht die Stadt Seesen, sondern der Zweckverband Großraum Braunschweig sei. Der Zweckverband habe das Ziel, weitere Flächen für Windkraft aus­zuweisen, um den erzielten Strom von zur Zeit zirka 580 auf 1.400 Megawatt zu steigern. Hierzu reiche die Modernisierung der vorhandenen Anlagen alleine nicht aus, so dass zusätzliche Flächen erforderlich würden.
In dem zur Zeit anhängigen Planungsverfahren sei zunächst ein Katalog über Flächen, die nicht geeignet sind, aufgestellt worden. Danach wurden für das Gebiet des Zweckverbandes zunächst alle Flächen dargestellt, die überhaupt in Betracht kämen. Für das Stadtgebiet Seesen blieben nur einige Flächen übrig, die in Betracht kämen, so südlichen von Ilde­hausen (Harzhorn), Adenhausen, westlich von Bornhausen, Hermann II, rund um Ober- und Unterpanshausen, südlich der Heberbaude).
Ziel sei es aber, Windkraftanlagen möglichst zu bündeln, daher sollen nur Flächen von mindestens 50 Hektar ausgewiesen werden. Als einzige mögliche Fläche bliebe dann für das Stadtgebiet Seesen die Fläche rund um Panshausen. Die Planungsabsichten wurden bereits öffentlich bekannt gegeben, Eingaben und Stellungnahmen werden derzeit durch den Zweckverband ausgewertet.
Anschließend würde eine öffentliche Auslegung erfolgen und eine Einwohnerversammlung in Seesen stattfinden. Ein Termin dafür würde zur Zeit mit dem Zweckverband vereinbart; evtl. könne die Bürgerbeteilung schon im Mai/Juni erfolgen.
Ziel des Zweckverbandes sei es, das Planungsverfahren bis Mitte/Ende 2013 abzuschließen. Froböse wies ausdrücklich darauf hin, dass zur Zeit noch nicht feststünde, ob die ge­nannte Fläche überhaupt in die weitere Planung komme; es seien ausreichend Flächen im gesamten Planungsgebiet vorhanden, so dass nicht jeder der in Frage kommenden Stand­orte ausgewählt würde. In der sich anschließenden Bürgerfragestunde erkundigte sich ein Rhüdener, ob die Stadt Seesen Einfluss nehmen könne. Froböse ant­wortete, dass die Stadt Seesen eine Stellungnahme im Planungsverfahren abgeben kann. Vom Verwaltungsausschuss sei der Beschluss gefasst worden, grundsätzlich Windkraftan­lagen zu unterstützen.
Eine weitere Frage von Ratsherr Thorsten Struß zielte darauf ab, wie die Anbindung an das öffentliche Netz erfolgen soll. Froböse erklärte, dass dieses Planungsstadium noch nicht erreicht sei. Es stünde auch noch nicht abschließend fest, dass diese Fläche in Frage kommt. Nach der Frage, ob die Fläche überhaupt geeignet sei, antwortete Herr Froböse, dass die Eignung bereits geprüft wurde.
Ratsherr Bernd Schwarz bat darum, für die Siedlung Panshausen die gleichen Abstände wie für Ort­schaften, also 1000 m anstatt der in der Planung berücksichtigten 500 m (wie für Einzel­gehöften) zugrunde zu legen. Auch für Panshausen müsse derselbe Anwohnerschutz gelten.
Wolfram Sabow, Einwohner aus Unterpanshausen, stand ebenfalls auf dem Standpunkt, dass Panshausen als Siedlung anzu­erkennen sei. Mehrere gleichgelagerte Gerichtsurteile bestätigten das.
Die Belastung für Bewohner durch Windkraftanlagen mit Abstand von nur 500 Meter seien zu hoch, er nannte dabei Schallpegel und Schattenbildung. Die Festlegung als Einzelgehöft und die damit ver­bundene Abstandsregelung bezeichnete er als willkürliche Festlegung.