Drei Leichtverletzte bei Feuer im Kalkwerk

Großaufgebot der Feuerwehren aus demStadtgebiet im Löscheinsatz / Stadtbrandmeister Warnecke: „Schlimmeres verhindert!“

Am Montagvormittag wurden die Einsatzkräfte der Seesener Feuerwehren zu den Kalkwerken der Fels-Werke GmbH in Münchehof gerufen. Ein Förderband war in Brand geraten, aus der Produktionsstätte des Hochofens 1 drangen schwarze Rauchwolken empor.

Von Ulrich Kiehne

Seesen / Münchehof. Geistesgegenwärtig reagierten die anwesenden Mitarbeiter, die das Feuer bemerkten. Sie alarmierten um 11.25 Uhr die Feuerwehren. Parallel dazu wurde mit Pulverlöschern versucht, das Feuer direkt zu löschen.
Die eintreffenden Einsatzkräfte der Wehren Seesen, Bornhausen, Rhüden,Herrhausen, Münchehof und Bad Grund standen dennoch vor einer kniffligen Situation, denn der Brandkalk macht ein Löschen mit Wasser nicht selten zu einer gefährlichen Angelegenheit; chemische Reaktionen sind bei dieser Art von Bränden nicht auszuschließen. Trotz der widrigen Umstände, aber aufgrund der Tatsache, dass sich nur wenig Brandkalk in unmittelbarer Umgebung des Brandherdes befand, konnte letztlich doch mit Wasser gelöscht werden. Nur unter schwerem Atemschutz war es den Einsatzkräften überhaupt möglich, zur Brandstelle vorzudringen. Zu diesemZeitpunkt war das Förderband längst abgeschaltet.
Drei leichtverletzte Mitarbeiter des Münchehöfer Kalkwerkes mussten vorsorglich denAsklepios Kliniken Seesen zugeführt werden. Sie hatten Rauchgas eingeatmet.
Ein Bild über das Ausmaß des Brandes machten sich vor Ort Stadtbrandmeister JürgenWarnecke und Kreisbrandmeister UweBorsutzky. Wie Jürgen Warnecke gegenüber dem Seesener „Beobacher“ gestern Nachmittag betonte, sei es alles in allem noch „glimpflich“ ausgegangen. Eine mögliche Katastrophe konnte verhindert werden, auch weil der Hochofen derzeit außer Betrieb ist.
Im Einsatz waren insgesamt 83 Kräfte von Feuerwehr,DRK und Rettungsdienst. Nicht mehr zum Einsatz kommen musste die Drehleiter der Wehr aus Bad Grund, die vorsorglich ebenfalls alarmiert wurde. Die Seesener Drehleiter befindet sich aktuell zur Reparatur, konnte daher nicht zum Einsatzort kommen.
Den Schaden bezifferte Bernward Geudert vom Polizeikommissariat Seesen auf etwa 10.000 Euro.