DRK Seesen im internationalen Erfahrungsaustausch

Übergabe des Maskottchens des Amerikanischen Roten Kreuzes an das DRK Seesen mit Sven Grotehenne (links, mit offizieller Einsatzjacke des „ARC Disaster Services“) und Bereitschaftsleiter Wilfried Wende.

DRK Seesen im internationalen Erfahrungsaustausch
Sven Grotehenne knüpft während einer Studienreise Kontakte zum „American Red Cross“ in San Diego

Im Rahmen eines internationalen Erfahrungsaustauschs zwischen dem Deutschen Roten Kreuz und dem Amerikanischen Roten Kreuz konnte jetzt erstmalig das Wissen der Rot-Kreuz-Gemeinschaften auf internationaler Basis weitergegeben und ausgetauscht werden. Schwerpunktmäßig wurden dabei die Gegebenheiten und Möglichkeiten des Katastrophenschutzes beleuchtet.
Bedingt durch Naturkatastrophen, Waldbrände und andere Großschadensereignisse ist der Katastrophenschutz nach wie vor ein wichtiges Element für die Sicherheit der Bevölkerung, sowohl in Deutschland als auch in Amerika. Möglichkeiten und Grenzen des Handels des Roten Kreuzes konnten im internationalen Erfahrungsaustausch betrachtet werden. Basis hierfür ist der neue Kontakt zwischen dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Ortsverein Seesen und dem „American Red Cross (ARC) San Diego / Imperial Counties Chapter“ in Kalifornien/USA. Im Rahmen seiner Studienreise bekam Sven Grotehenne als Mitglied des DRK Seesen die Chance, für mehrere Monate die Arbeit des Amerikanischen Roten Kreuzes in San Diego zu begleiten. Das gesammelte Wissen wurde dabei in den vergangenen Monaten durch Zwischenberichte und Präsentationen in San Diego und Seesen den Aktiven beider Gemeinschaften vorgestellt.
Die Zusammenarbeit erfolgte im Wesentlichen mit der Abteilung „Disaster Services“ in San Diego, dem Gegenstück zum deutschen Katastrophenschutz. Basierend auf der akuten Bedrohung durch Gebäudebrände, Waldbrände, Tsunamis und Stürme ist der Katastrophenschutz insbesondere in Kalifornien allgegenwärtig. Zielvorgaben für Notunterkünfte, Verpflegung und Betreuung von Opfern im Großschadensfall geben dabei Leitlinien für die Vorsorge-Maßnahmen des ARC.
Neben der kontinuierlichen Planung – verrichtet durch Ehrenamtliche – für den Katastrophenfall, werden in San Diego auch neuartige Technologien, wie etwa ein internetbasiertes Kartensystem zur Einsatzleitung, eingesetzt.
Weiterhin konnte im letzten Jahr das neue „Disaster Operations Center (DOC)“ – zu Deutsch: Katastrophen-Lagezentrum – in Betrieb genommen werden. Diese Kommandozentrale ermöglicht es in Echtzeit Daten zwischen den verschiedenen Einsatzbereichen austauschen und wichtige taktische Entscheidungen in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen (zum Beispiel Polizei und Feuerwehr) sofort auf Basis der neuesten Daten treffen zu können.
Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit diente das moderne Lagezentrum gleichzeitig als Präsentationsort für die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes.
Dem umfangreichen Wissen aus dem Bereich des Katastrophenschutzes in San Diego stehen die Erfahrungen des DRK Seesen im Bereich des Sanitätsdienstes und Rettungsdienstes gegenüber. Da zum Einsatzspektrum des Amerikanischen Roten Kreuzes – im Gegensatz zum DRK – keine Sanitätsdienste und Rettungsdienste gehören, konnte hier von deutscher Seite über Erfahrungen berichtet werden. So können etwa die Einsatztaktiken des Sanitätsdienstes, zum Beispiel die Funktion der Führungs- und Einsatzeinheiten, auch für den Katastrophenschutz angewendet werden. Aber auch das Wissen aus dem deutschen Katastrophenschutz wurde in Amerika begrüßt.
Abschließend konnte festgestellt werden, dass der internationale Erfahrungsaustausch für beide Seiten neue Ideen und bisher unbekannte Konzepte aufgezeigt hat. So soll diese erstmalige Zusammenarbeit zwischen den zwei lokalen Rot-Kreuz-Gemeinschaften auch weiter betrieben werden, um bestmöglich vom Wissen innerhalb des weltweit tätigen Roten Kreuzes profitieren zu können. Als Zeichen der neuen Zusammenarbeit wurde jetzt auch der Teddy als Maskottchen des Amerikanischen Roten Kreuzes auf dem Rettungswagen des DRK Seesen „in Dienst gestellt“.