Durchforstung entlang der Talstraße geplant

Der Stellvertretende Baubetriebshof-Leiter Hans-Wilhelm Schacht vor einem entwurzelten Baum im unteren Bereich der Talstraße. „Von einigen dieser Bäume gehen große Gefahren aus,“ erklärt Schacht.
 
Ab dem 10. Februar sollen entlang der Schildau zahlreiche Gefahrenbäume weichen.

Stadt Seesen weist auf Notwendigkeit der Fällmaßnahmen hin und bittet Seesener um Verständnis

Das Thema „Gefällte Bäume“ ist in Seesen weiterhin in aller Munde. Nun hat die Stadtverwaltung Stellung bezogen und daragestellt, warum vielerorts Bäume gesägt und gefällt werden müssen. „Nach Unwettern waren viele Bäume auf städtischen Flächen entlang der Schildau und zur Lautenthaler Straße hin im Rahmen der Gefahrenabwehr zu beseitigen“, erklärt Bauamtsleiter Alexander Nickel.

Eine durchgeführte Begutachtung des Gehölzbestandes ergab, dass sich der bereits in den Vorjahren festgestellte Bedarf für eine größere Durchforstung deutlich verstärkt hatte. Da die Stadt Seesen für die betroffenen Bäume gleichzeitig verkehrssicherungspflichtig gegenüber den benachbarten Straßen und Wegen ist, seien die Arbeiten vor allem hinsichtlich der gebotenen Abwehr möglicher Gefahren für die Verkehrsteilnehmer durchzuführen gewesen. In den Kernbereichen des Steinway-Parks war kein entsprechender Handlungsbedarf gegeben. Einige Bäume in den Randbereichen mussten allerdings in die Durchforstung einbezogen werden. Das Niedersächsische Forstamt Seesen hatte in eigener Zuständigkeit und aus vergleichbaren Beweggründen seinerseits ebenfalls Arbeiten entlang der Lautenthaler Straße/L 516 durchführen lassen.
Besonders bei Sturm können Teile von Baumkronen oder ganze Bäume auf die Straße und Wege fallen und zu erheblichen Unfällen führen. Um dies zu verhindern, kontrolliert die Stadt Seesen ihre Bäume regelmäßig im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. Wichtig sei hierbei, dass der Eigentümer des Baumes auch immer der Verkehrssicherungspflichtige ist.
Die Grundsätze der Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen und Baumkontrollen hat der Bundesgerichtshof bereits im Jahr 1965 festgelegt. Das Urteil beruht auf der Überlegung, dass Maßnahmen zu ergreifen sind, die zur Gefahrenbeseitigung objektiv erforderlich und nach objektiven Maßstäben zumutbar sind. Dazu gehört auch, dass Bäume in bestimmten zeitlichen Abständen einer Baumkontrolle unterzogen werden müssen.
Durch ihre Satzung hat sich die Stadt Seesen auferlegt, ihre Bäume im Siedlungsbereich sowie an Straßen und Wegen zweimal jährlich jeweils im be- und entlaubten Zustand zu kontrollieren. Hier erkannte Schäden oder Mängel werden dann durch den Baubetriebshof der Stadt Seesen oder Fachfirmen beseitigt.
Leider komme es immer wieder vor, dass auch die Stadt Seesen nicht mehr standsichere und bruchgefährdete Bäume fällen muss. Bei einer Vielzahl der jetzt gefällten Bäume wurde Fäulnis insbesondere im Stamm- und Wurzelbereich festgestellt. Weder Autofahrer noch Spaziergänger auf den Wegen hätten Verständnis dafür, wenn solche notwendigen Arbeiten erst dann durchgeführt werden, nachdem ein Unfall passiert ist.
Bäume in zusammenhängenden Waldgebieten, die auf Grund ihres Zustands auf die Wege oder die Straße fallen können und ein Risiko für Spaziergänger und den Verkehr darstellen, werden möglichst zusammenhängend und in einer Maßnahme gefällt. Dies geschieht zum einen aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten aber auch aus Gründen der Praktikabilität. Im Rahmen einer größeren Aktion und unter Beteiligung von hoch qualifizierten Forstverbänden ist der Abtransport der Stämme und die möglichst weitgehende Rekultivierung der bearbeiteten Waldfläche sichergestellt.
Die Stadt Seesen wird in diesem Jahr und in den Folgejahren weitere Bereiche entlang des Schildauwanderweges durchforsten lassen, um auch hier Unfallrisiken zu mindern und Gefahren für die Nutzer der Wege und angrenzenden Straßen zu vermeiden.
Diese Durchforstung ist ab dem 10. Februar entlang der oberen Talstraße zur Bundesstraße B248 in Richtung Kernstadt neben der Schildau im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde vorgesehen.
Wie die Stadt Seesen abschließend mitteilt, seien solche Maßnahmen aus dem Blickwinkel der Verkehrssicherungspflicht leider notwendig und helfen, ein Risiko für Spaziergänger auf dem Schildaurandweg und für den Straßenverkehr auf der Talstraße zu vermeiden. Spätestens nach zwei, drei Jahren werde der Eingriff nicht mehr zu erkennen sein. Die Stadt bittet um Verständnis für diese notwendigen Durchforstungsarbeiten.