Ein anderes Stückchen Seesener Geschichte

Besonders interessant: auch Notgeld aus Bockenem und Seesen wird in der Ausstellung gezeigt.

Sonderausstellung im Städtischen Museum noch bis zum 8. Dezember zu sehen

Am Sonntagvormittag hatte der Seesener Münzen-Verein in die Räumlichkeiten des Städtischen Museum eingeladen. Noch bis zum 8. Dezember präsentiert der Verein im Rahmen seines 40-jährigen Vereinsjubiläums hier eine sehr interessante Ausstellung.

Dabei werden in verschiedenen Vitrinen, auf Schautafeln und -rahmen ein breiter Querschnitt durch die vielfältigen Sammelgebiete der fast 40 Mitglieder des rührigen Vereins präsentiert.
Museumsleiter Friedrich Orend begrüßte die zahlreichen Gäste und freute sich über die sehenswerte Ausstellung, die wieder einmal ein anderes Stückchen Seesener Geschichte beleuchtet und in den neugestalteten Räumlichkeiten perfekt in Szene gesetzt wird. Der Vorsitzende des Seesener Münzen-Vereins, Horst Schiller, lud im Anschluss zu einem Gläschen Sekt ein, welches auf den ersten Rundgang durch die Ausstellung mitgenommen werden durfte und bei dem die einzelnen Exponate erläutert wurden.
Gezeigt werden in der aktuellen Ausstellung neben einer großen Sammlung der Sondermünzen „Bundesrepublik Deutschland“ eine umfangreiche komplette „Österreich“-Sammlung ab der 2. Republik bis heute sowie andere skandinavische Münzen aus Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark. England, Frankreich und weitere Länder Europas sind ebenfalls vertreten.
Riesenmünzen wie der „Kokaburra“ aus Australien im Gewicht von einem Kilogramm reinen Silbers und andere Großmünzen können bewundert werden. Auch eine Sammlung von „Numisbriefen“ wird präsentiert. Daneben sind besondere Sammelgebiete wie „Thaler Bremen“, Sonderprägungen „Königreich Schweden“ und weitere zu sehen. Viele Talernachprägungen aus Norddeutschland, vor allem Braunschweigs zeugen von der Kunst der Münzmeister vergangener Jahrhunderte. Taler und Kleinmünzen vor 1871 und Silbermünzen des Kaiserreiches sind zu sehen, ebenso wie viele der neuen Euro-Münzen aus den mittlerweile bereits 28 Mitgliedsstaaten.
Daneben sieht der Besucher der Sonderausstellung auch Banknoten vom Kaiserreich über die Inflationsjahre bis zur BRD. Aber auch Winterhilfswerk-Abzeichen (hier wurden in der NS-Zeit durch Organisationen der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt Geld- und Sachspenden zur Unterstützung bedürftiger Volksgenossen durchgeführt) werden gesammelt und im Museum ausgestellt. Nostalgische Ansichtskarten von und um Seesen werden gezeigt sowie eine umfangreiche Sammlung „Seesener Notgeld“, das in den Jahren 1922 und 1923 von den beiden Seesener Firmen Züchner und Sieburg & Pförtner in Scheinen in Werten von zehn Mark bis 20 Milliarden ausgegeben wurde.
Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, Besucher begleitende Kinder dürfen einmal in die bereitgestellte „Schatzkiste“ greifen und sich die eine oder andere Münze zur Erinnerung mitnehmen. Letztlich ist der Verein auch auf die Gewinnung neuer Mitglieder bedacht – und mit zehn Euro Jahresbeitrag ist der Münzen-Verein sicherlich nicht nur finanziell einer der Interessantesten der Stadt Seesen.