Ein Ausflug in die Welt der Heilkräuter

Auch diesmal folgten zahlreiche Mitglieder der Einladung zur Monatsversammlung des Hausfrauenbundes.
 
Gab Einblicke in die Welt der Kräuter: Andrea Wilhelm-Opel.

Ein Ausflug in die Welt der Heilkräuter

Zur jüngsten Zusammenkunft des Hausfrauenbundes begrüßte die 2. Vorsitzende Andrea Wilhelm-Opel die Mitglieder und informierte, dass für die Fahrt am 17. September nach Walsrode ins Backtheater noch einige Plätze frei sind.

Wer noch mitfahren möchte, kann sich bei Sigrid Ahlswede, Telefon (05381) 2801 oder Frau Simon, Telefon (05381) 5112, anmelden. Gekegelt wird am 12. und 26. September und der Handarbeitskreis trifft sich am 19. September. Beide Veranstaltungen beginnen um 15 Uhr im Altenzentrum St. Vitus.
Nach dem offiziellen Teil berichtet Andrea Wilhelm-Opel über Heilkräuter. Sie erwähnte, dass es schon vor Jahrtausenden gewesen sein muss, als die Menschen erkannten, dass Pflanzen und Kräuter nicht allein der Ernährung, sondern auch der Gesundheit nützlich sind. Instinkt und Erfahrung mussten zusammentreffen, um zu der Kenntnis zu führen, diese oder jene Pflanze, dieses oder jenes Kraut hilft mir bei Verletzung, Schmerzen und Leiden. Was auf empirische Weise zu festen Vorstellungen geworden war, wurde an die folgenden Generationen weitergegeben.
Ein Wissen, das im Lebenskampf der Menschen ungemein wertvoll und nicht zu ersetzen war. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse geben Kunde von ersten Erfahrungen mit Pflanzen, die zunächst in ungiftige und giftige eingeteilt wurden. Vom Ende des ersten Jahrtausends bis zur Reformation im 16. Jahrhundert waren Klöster Ursprung und Mittelpunkt allen Wissens, so auch der Heilkunst. In den Klostergärten wurden die verschiedenen Heilpflanzen sorgfältig gepflegt.
Die Äbtissin Hildegard von Bingen verfasste ihre Medizinbücher, in denen sie nicht nur eigene Beobachtungen niederlegte, sondern auch Berichte über die Erfahrungen der Leute aus der Umgebung des Klosters festhielt. Andrea Wilhelm-Opel beschrieb einige Pflanzen und Kräuter, zum Beispiel die Königin der Zauberpflanze, die Alraune. Die Alraune wurde als Hexen- und Zaubermittel verwendet, die Menschen wurden in Rauschzustände versetzt. Heute wird die Alraune in der Medizin nicht mehr angewandt. Der Beifuß wird auch Butter aller Kräuter genannt. Er ist ein Heilmittel bei Frauenkrankheiten und findet in der Küche große Verwendung.
Bärlauch hat einen üblen Geruch, kann aber bei vielen Beschwerden angewendet werden. Als Tee ist Bärlauch nicht so geeignet, aber in der Frühjahrsküche in Quark oder als Pesto empfehlenswert.
Andrea Wilhelm-Opel erläuterte noch die Wirkung des Holunderbaumes (Blüten und Beeren), der Erle, der Linde, des Johanniskrauts, der Brennnessel, der Zwiebel und des Safrans. Safran ist eines der ältesten Heil- und Gewürzmittel der Welt. Er wird überwiegend im Mittelmeerraum angebaut. Safran wird noch mit der Hand geerntet, weltweit sind es etwa 200 Tonnen. Für ein Kilogramm Safran benötigt man 200.000 Blüten. Andrea Wilhelm-Opel erwähnte, dass uns die Natur Mittel gegen etliche Beschwerden gibt, aber gegen Neid, Missgunst, Habgier, Krieg und Häme ist leider noch kein Kraut gewachsen. Da muss der Mensch selber tätig werden. Sie beendete ihren Vortrag mit einem Ausspruch von Goethe: „Die Natur versteht keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst, immer streng, sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer die des Menschen.“