Ein ehrenwertes Haus beim Faslabend Nr. 47

Antje Große (links) führte Regie bei der Vorführung „Ein ehrenwertes Haus“, das die Jugend- und Heimatgruppe aufführte. Großer Applaus war den Akteuren sich.
 
Die Fuien-Kinder berührten nach altem Brauch die Gäste mit Grünzeug und baten um Spenden. Der Bitte kamen die Besucher gern nach.

Vorführung der Jugend- und Heimatgruppe sorgt für Kurzweil / Kammerkrugsänger erstmals mit dabei

Einen in der Tat einmal wieder gelungenen Faslabend beging am Wochenende der engagierte Harzklub-Zweigverein Seesen. Die Traditions-Veranstaltung ist aus dem Terminkalender des Seesener Vereins schon längst nicht mehr wegzudenken und entpuppte sich auch diesmal wieder als Volltreffer für Mitwirkende und Besucher.
Bereits zum 47. Mal wurde diese Art der Niederdeutschen Fastnacht, die in den Ursprüngen schon viele Jahrzehnte zurück, begangen. Damals war es üblich, zum Ende der Winterzeit sich bei Schlachtewurst und Hallerbrot, auch Hallerkuchen genannt, zu einem gemütlichen Abend zusammen zu finden.
Und so war es auch diesmal wieder: Die Wurst wurde wieder nach alten Rezepten selbst hergestellt – natürlich von lizenzierten Hausschlachtern – und auch das Brot ist eine seltene Delikatesse und wird exklusiv nur für den Harzklub hergestellt. Am Fastnachtswochenende ging die Dorfjugend, meist mit Musik, durch ihren Ort, und dazu gehörten allerlei verkleidete traditionelle Figuren.
Die Kinder hatten einen sogenannten „Fuie“-Busch aus Fichtenzweigen dabei und die Passanten bekamen damit einen symbolischen „Streich“. Durch das Berühren mit dem Grünzeug sollte neue Kraft für das Frühjahr eingeflößt werden.
Außerdem gehörte dazu der Strohbär, der den Winter darstellte und nun mit Musik beispielsweise von der Teufelsgeige, dem Akkordeon und mit den Knallen der Fuhrmannspeitschen vertrieben werden soll. Außerdem gab es den Gaffelträger, der die gesammelten Würste an seiner Gaffel aufhing und durch den Ort trug. Alle Spenden, die gesammelt wurden, konnten dann an diesem anschließenden lustigen „Faslabend“ verzehrt werden.

Theaterstück: „Ein
ehrenwertes Haus“ auf
der Bühne aufgeführt


Und genau all diese Szenen konnten die Besucher auch beim diesjährigen „Faslabend“ wieder erleben, als es am Abend nach dem Essen heißt: „Heut’ ist Faslabend“, gesungen von der Jugend- und Heimatgruppe. Beide Gruppen hatten wieder ein spezielles Programm einstudiert.
Die Vorführung nannte sich „Ein ehrenwertes Haus“ und handelte von einer Seesener Familie, die gerade ihre Kündigung bekommen hatte. So beschlossen Vater, Mutter und die drei Kinder nach Berlin zu den Großeltern zu fahren. Nach einigen Diskussionen endet die Geschichte im Happy End – und die Seesener werden zu waschechten Berlinern. Zwischendurch sangen sich die HZVler in die Herzen der Besucher. Lieder wie „Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ oder „Kreuzberger Nächte sind lange“ animierten das Publikum zum Mitsingen und Mitschunkeln.
Die Personen und Darsteller des Stückes waren Heiko Tillmann als Vater, Elke Meißner als Mutter, Nele Große, Annika Meißner und Anthea Tillmann als die drei Kinder sowie Ingrid und Horst Schiller als liebevolle Großeltern.
Nach der Aufführung gab es von Harzklub-Vorsitzenden Präsente für Antje Große und Adrian Wurziger, Bernd Wurziger (Technik) und Gabiele Hartmann (Regie) sowie für die drei Kinder. Und damit war noch lange nicht Schluss beim Faslabend Nr. 47.
Erstmaks waren auch die „Kammerkrugsänger“ aus Bornhausen sowie die Trendsportabteilung des MTV Bornhausen mit einer „Drums Alive“- und „Rope Skipping“-Vorstellung dabei. Und auch sie wussten das Faslabend-Abend Publikum im gut gefüllten Hotel „Wilhelmsbad bestens zu unterhalten.