Ein fantastisches Feuerwerk der Zirkuskunst

Die Stelzenläuferin eröffnet die Show.
 
Die „Seesener Akros Junior“ zeigen ihr Können.

26. Auflage des Weihnachtszirkuses hat nichts an Zauber und Charme eingebüßt /„ Hildchen“ Bischoff erhält „Goldenen Besen“

Am vergangenen Sonnabend wurde es im Schulzentrum an der St.-Annen-Straße schon einmal so richtig vorweihnachtlich, denn der MTV Seesen „gastierte“ dort in der großen Sporthalle II mit seinem inzwischen 26. Weihnachtszirkus in Folge. Und mit dieser Zirkusvorstellung der ganz besonderen Art wurde allen Kindern wiederum eine unvergessliche Weihnachtsfeier beschert, hatten doch nicht nur die großen und kleinen Mädchen und Jungen aus der großen MTV-Familie schon lange sehnsüchtig darauf gewartet, sondern auch die Eltern, Geschwister und Großeltern waren wieder mit von der Partie.

Schon beim Betreten der Sporthalle wurden die Gäste auf ihren Besuch beim MTV-Weihnachtszirkus eingestimmt. Das Foyer war mit weihnachtlich anmutenden Artikeln hübsch dekoriert und in der zu einem „Capitol“ umfunktionierten Sporthalle hingen bunte Fahnenleinen sternförmig von der Decke herab. Sie symbolisierten auf diese Weise das große Zirkuszelt. Während das mit vielen Spielsachen geschmückte Zirkusportal einen weiteren Blickfang bildete, markierten halbkreisförmig auf dem Hallenboden ausgelegte Turnmatten den Rand der Arena.
Pünktlich eröffneten Zirkusdirektor Hardy und seine charmante Assistentin Bianca das Programm. Nachdem Alina auf hohen Stelzen ihre Runde gedreht und sich danach rücklings in die starken Arme zweier Manegen-Helfer hatte fallen lassen, ging es Schlag auf Schlag weiter. Die jungen Akteure brannten in vielen Programmpunkten ein wahres Feuerwerk der Zirkuskunst ab und zeigten den Besuchern in der vollbesetzten Halle in einem breiten Spektrum alles, was sie in wochenlangen Proben zuvor einstudiert hatten. Es ist schier unmöglich, an dieser Stelle eine Wertung vornehmen oder gar sagen zu wollen, welche der zahlreich vorgeführten Darbietungen die herausragendste gewesen sei. Was dabei teils spaßig und ulkig aussah, setzt doch ein hohes Maß an Können, Körperbeherrschung und Konzentration voraus; reflektiert andererseits aber auch das hohe Niveau, auf dem beim MTV der Breiten-Sport betrieben wird.
Aufgelockert wurden die sportlichen Darbietungen zwischendurch immer mal wieder durch kurze spaßige Einlagen der Clowns. Große Verunsicherung herrschte plötzlich bei ihnen, als sie für ihre „Nummer“ die Manege betraten und dort einen Hartschalenkoffer bemerkten, den sie nicht zuordnen konnten. Im wahren Leben ist das Auffinden eines offensichtlich herrenlosen Koffers bekanntlich ja etwas für ein Spezialkommando der Polizei, doch hier traute sich die Kleinste von ihnen und klopfte ganz zaghaft an den Koffer. Erst tat sich ja gar nichts, doch dann hob sich plötzlich der Deckel – und heraus kletterte ein weiterer kleiner Clown. Da war die Erleichterung bei allen natürlich riesengroß.
Nachdem zwei junge Künstlerinnen gesanglich und mit Geigenspielbegleitung das Lied „Halleluja“ vorgetragen hatten, brannten zum Schluss die Turner mit ihrem „Salti-Flak“ ein wahres Feuerwerk auf dem Doppel-Minitrampolin ab. Bei ihren teilweise waghalsigen Sprüngen und Salti flogen sie hoch durch die Luft, landeten dennoch aber immer wieder irgendwie auf dem Weichboden.
War im vorherigen Programmablauf schon das eine oder andere Mal begeistert Beifall geklatscht worden, kannte zum Schluss der Zirkusvorstellung der Applaus schier keine Grenzen mehr. Unter Konfetti-Regen zogen alle Akteure noch einmal in das Manegen-Rund ein und nahmen hier den Riesenapplaus als Dank eines wiederum restlos begeisterten Publikums entgegen.
Doch bevor dieser schöne und erlebnisreiche Samstagnachmittag wirklich zu Ende war, galt es, noch einer Person Dank zu sagen. Und zwar dem MTV-Ehrenmitglied „Hildchen“ Bischoff, die seit nunmehr 26 Jahren ununterbrochen und ohne Rücksicht auf ihr Alter zum Schluss eines jeden Weihnachtszirkus zur Stelle ist, um mitzuhelfen, nicht nur die Tribüne und den Hallenboden zu fegen und auf diese Weise dafür zu sorgen, dass die Halle nach dieser Großveranstaltung wieder in einwandfreiem Zustand übergeben werden kann. Als äußeres Zeichen der Anerkennung erhielt sie vom Zirkusdirektor Hardy den „Goldenen Besen“ und ein kleines Blumenangebinde überreicht.
In diesen Dank waren aber auch die vielen anderen freiwilligen Helferinnen und Helfer vor und hinter den Kulissen mit einbezogen, ohne deren Engagement eine derartige Veranstaltung nicht zu schultern ist. So auch die Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes und der Freiwilligen Feuerwehr, die letztendlich ja auch Stunden ihrer Freizeit einbringen, um die Sicherheit bei einer derartigen Großveranstaltung zu gewährleisten.
Und weil es ebenfalls zu einer richtigen Weihnachtsfeier gehört, war auch der Weihnachtsmann wieder erschienen, der jedem Kind beim nach-Hause-gehen noch ein kleines Geschenk mit auf den Weg gab.
Nun heißt es wieder, sich ein Jahr lang zu gedulden, bis es endlich wieder durch die Halle tönen wird: „Manege frei für den MTV-Weihnachtszirkus 2015“.