Ein feines Gespür für ein würdiges Gedenken

Der Religionskurs der zehnten Klassen erläuterte den geschichtlichen Hintergrunde der Pogromnacht. (Foto: König)

Schüler des Jacobson-Gymnasiums gedachten der Opfer der Pogrome vom 9. November 1938

Einmal im Jahr kehrt im sonst zu geschäftigen Pädagogischen Zentrum des Jacobson-Gymnasiums eine andächtige Stille ein. Immer an jenem für die deutsche Geschichte so bedeutsamen Tag im November ist das PZ voll besetzt und doch kann man eine Stecknadel fallen hören. Dies zeigt, dass die Schüler des JGS ein feines Gespür für ein würdiges Gedenken an die Opfer der Pogrome vom 9. November 1938 besitzen.
Wie in jedem Jahr gestaltete auch in diesem der Religionskurs der zehnten Klassen die Gedenkfeier. Nach einer musikalischen Einleitung erläuterten sie zunächst die geschichtlichen Hintergründe der Reichspogromnacht und gingen dabei unter anderem auf das Schicksal des Seesener Synagogenwächters Siegfried Nußbaums ein, der an den Folgen einer Schussverletzung starb, die ihm in jener Nacht zugefügt wurde. Besonders bewegend war die folgende Rezitation des Abschiedsbriefes eines jüdischen Mädchens an seine Eltern, verfasst kurz bevor es in einem KZ getötet wurde.
Nach einem abermaligen Klavierstück verlasen die Zehntklässler Texte, die sie aus der Perspektive weiterer Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfasst haben. Für jedes dieser Opfer wurde vor der Bühne eine Kerze angezündet, so dass am Ende der Veranstaltung ein Davidstern aus Kerzen im ansonsten verdunkelten PZ strahlte. Schulleiter Stefan Bungert dankte zum Abschluss dem Religionskurs unter der Leitung ihres Lehrers Matthias Montag für die würdevolle Gestaltung des Gedenkens.
Im Anschluss an die Veranstaltung legen traditionell die Klassen- und Kurssprecher zusammen mit dem Schulleiter einen Kranz am Gedenkstein auf dem Gelände des Schulzentrums nieder und einer der jüngsten Schüler, Vinzent Herzog, aus der 5f, verliest die Innschrift.