Ein ganzer Berg an Hilfsgütern für Rauna

Alle Hände voll zu tun gab’s für die Mitglieder und ehrenamtlichen Helfer der Kirchlichen Lettlandhilfe auch bei der jüngsten Sammlung.

Kirchliche Lettlandhilfe kann auf Spendenbereitschaft der Seesener zählen

Selbst die Verantwortlichen der Kirchlichen Lettlandhilfe staunen immer wieder aufs Neue, wie groß die Hilfsbereitschaft der Seesener ist. Mit Blick auf die jüngste Sammlung für Rauna ging es ihnen nicht anders. Eigentlich wollten die fleißigen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer um Vorsitzenden Kurt Hoppe Punkt 9 Uhr am vergangenen Freitag die Tore der ehemaligen Teigwarenfabrik an der Bismarckstraße – im Volksmund als „Alte Nudelei“ bekannt – öffnen. Doch schon lange vor der Zeit hieß es Ärmel hochkrempeln und anpacken.

Einige spendenfreudige Seesener waren nämlich bereits mit ersten Großtransporten an Hilfsgütern eingetrudelt und begehrten Einlass. Bis zur Mittagsstunde ging es so munter im Takt weiter, und auch den Samstagvormittag nutzten viele noch, um einen persönlichen Beitrag zu leisten, die Not in der lettischen Patengemeinde ein wenig zu lindern. Mit anderen Worten: In kürzester Zeit hatten sich in der Halle Säcke und Kartons zu stattlichen Bergen aufgetürmt.
Beim Einpacken waren die Helferinnen und Helfer derart eifrig und in ihrem Element, dass der „Beobachter“-Redakteur mit Mühe und Not verhindern konnte, dass sich seine nur kurz aus den Augen gelassene Fototasche mit auf die rund 1600 Kilometer lange Reise nach Rauna machte. Die Tasche war in einem unbeachteten Moment bereits mit Stoffen und einem Bauklötzchenkasten bestückt und in einem der unzähligen Kartons verstaut worden. Das beweist wieder einmal: Wenn es um Engagement für die Ärmsten geht, dann wird bei der Kirchlichen Lettlandhilfe nicht lange gefackelt.
Einmal abgesehen von den Einwohnern vor Ort, auf die man immer zählen kann, gibt es diesmal auch Hilfe von ganz anderer Seite. Vorsitzender Kurt Hoppe: „Im Zusammenhang mit dem Umzug der Northeimer Helios Albert-Schweitzer-Klinik in den Neubau wurden uns Dutzende ausrangierte Krankenhausbetten angeboten. Zehn bis 15 davon und auch einige Nachtschränke haben wir gerne genommen. Für die beiden Pensionate sind sie eine willkommene Ergänzung des Mobiliars.“ Doch damit nicht genug. Hoppe und seine Mitstreiter freuen sich zudem über die Unterstützung seitens der örtlichen FELS-Werke. Diese stellen 200 Quadratmeter an Fermacell-Platten bereit. Nach den Worten des Vorsitzenden sollen sie für den Ausbau der ehemaligen Bäckerei im Ortskern von Rauna Verwendung finden. Dort soll künftig einmal der Laden „Von Menschen für Menschen“ einziehen, der sich bis dato noch im Postgebäude befindet.
Apropos Laden: Sämtliche Hilfsgüter aus Seesen werden dort nach ihrer Ankunft erst einmal im Lager verstaut und dann nach und nach ausgepackt, gesichtet, aus- und einsortiert. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, welche „Schätze“ an Hausrat und Bekleidung regelmäßig aus dem Vorharz eintreffen. „Längst kommen die Bedürftigen nicht nur aus Rauna selbst, sondern auch aus der Umgebung“, weiß Kurt Hoppe zu berichten. Die Preisgestaltung richte sich dabei ganz nach den Möglichkeiten der Hilfesuchenden. „Jeder gibt eben das, was er geben kann“, macht er deutlich.
Was den Lkw-Transport angeht, so wurde auch diesmal eine optimale Lösung gefunden. Genutzt wird wieder die Rückfahrt einer Spedition nach Rauna mit zwei „Brummis“, die ansonsten eine Leerfahrt wäre. Das kostet zwar immer noch „genug“, ist doch aber deutlich günstiger als ein eigens organisierter Transport.
Zuvor müssen die Lastwagen natürlich noch beladen werden. Bereits in wenigen Wochen werden Mitglieder und Helfer der Kirchlichen Lettlandhilfe daher abermals in die Hände spucken. Ende dieses Monats sollen die Spenden aus Seesen auf den Weg nach Rauna gehen.